Training in Sevilla

Schon ist es wieder so weit. Nach dem ich im November aus Israel zurückgekehrt bin und den ganzen Dezember und Januar in der Schweiz war, wurde es nun wieder höchste Zeit ins Trainingslager in die Wärme zu fahren. Doch das Trainingslager hat eine düstere Vorgeschichte…

Eisig kalt war es, als wir im Januar im Engadin am Langlaufen waren. Wie jedes Jahr machten wir Anfang Januar eine Paddelpause und stiegen in den Schnee. Dieses Jahr fühlte ich mich besonders fit und die Kilometer verstrichen ohne Mühe unter meinen Ski. Einmal skateten wir sogar 100km in einer Einheit. Das war cool! Am letzten Tag sollte sich das jedoch ändern. Schon am Morgen fühlte ich mich etwas schwach und als ich mich dann im Training den gefürchteten Anstieg im Stazer Wald hinaufquälen sollte, ging gar nichts mehr. So schwach hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Wieder zuhause lag ich zuerst zwei Tage krank im Bett. Am nächsten Tag stellte sich dann der Grund für meine Schwäche heraus: Der Coronatest war positiv.

Von da an war klar, dass ich die nächsten zehn Tage in Isolation verbringen würde. Obwohl die Tage ziemlich langweilig waren, ging es mir gesundheitlich von Tag zu Tag besser und so profitierten wenigstens meine Semesterprüfungen der Fachhochschule von der Isolation. Trainingsmässig lief in dieser Zeit jedoch überhaupt nichts. Als ich dann endlich wieder frei war, begann ich mich mit zwei ganz lockeren Trainings wieder an den Sport heranzutasten. Doch schon das war zu viel und am nächsten Tag lag ich den ganzen Morgen wieder im Bett.

In den folgenden Tagen sollte sich dieses leidige Spiel trotz meiner Impfung fortsetzen. Im Alltag hatte ich keine Probleme, aber sobald ich mich bewegte, überfiel mich eine sonderbare Schlappheit. Es war frustrierend. Doch je länger dieses Hin und Her dauerte, desto näher rückte das geplante Trainingslager in Spanien. Würde es sich überhaupt lohnen nach Sevilla zu fahren? Oder sollte das meine Heilung sogar beschleunigen?

Let’s go to Sevilla

Letztendlich entschloss ich mich dazu am Trainingslager teilzunehmen. Gut, gezahlt hatte ich eh schon dafür, ein bisschen Gesellschaft würde mir auch guttun und gegen 22 Grad und Sonne ist schwer etwas einzuwenden. Ich durfte für dieses Trainingslager mit dem Österreichischen Kanuteam mitfahren, so dass ich mich mit dessen schnellsten Paddler Timon Maurer messen konnte. Zu sechst bezogen wir eine winzige Wohnung mit einer tollen Dachterrasse nahe der Altstadt von Sevilla. Nicht mal ein Esstisch hatte darin Platz. Doch das spielte uns keine Rolle. Wir kochten selbst und assen auf dem Sofa. Für vier Wochen würden wir das schon aushalten und hatten trotzdem unseren Spass.

Leider lief es im Training zu Beginn des Lagers noch nicht ganz so rund. Ganz gemächlich musste ich mich wieder ans Paddeln herantasten. Wenn ich zu viel wollte, rebellierte mein Körper sofort. Also pickte ich mir nur einzelne Trainings aus dem Trainingsprogramm heraus und schonte meinen Körper. Doch von Tag zu Tag und von Woche zu Woche konnte ich den Umfang steigern und auch die Intensität des Trainings herauffahren. Dabei spielte mir noch eine merkwürdige Tatsache in die Karte. Zum ersten Mal in meiner Kanukarriere habe ich mich bei der Planung des Trainingslagers getäuscht und eine ganze Woche übersehen. Das Trainingslager dauerte nicht wie angenommen vier Wochen, sondern fünf! Das ist mir bis jetzt noch nie passiert und ich frage mich, ob das ein Resultat einer gewachsenen Gleichgültigkeit gegenüber der Dauer von Trainingslagern ist oder eine (un)bedeutende Unachtsamkeit. 

Alles in allem profitiere ich nun von dieser extra Woche und darf jetzt, am Ende von Woche vier, von mir behaupten, dass ich Corona endlich besiegt habe! Ein gewisser Trainingsrückstand bleibt, aber keiner, der nicht aufzuholen wäre. Nun als wieder voll funktionsfähiger Sportler gebe ich mein bestes, ein erfolgreiches Abschlussjahr in der U23 Kategorie zu zeigen. Aus der ganzen Coronageschichte lerne ich, dass mein Körper keine Maschine ist, sondern viel Aufmerksamkeit braucht. Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Körper und dankbar, dass er mich wieder gesund gemacht hat 🙂 Als nächstes stehen nun die Schweizermeisterschaften über die Langdistanz an und danach weitere Trainingslager zur Saisonvorbereitung. Ich freue mich darauf!

PS: Von der IG Sport Luzern bin ich dieses Jahr einer von drei Nominierten für den Preis des «Nachwuchssportler des Jahres». Drücke mir die Daumen und lies Zeitung 🙂

Die Saison 2021 in zahlen

Anzahl bestrittener Wettkämpfe12
In der Abfahrt7
In der Regatta5
  
Durchschnittliche Zeit meiner an der Regatta U23 EM und WM gepaddelten 1000m Rennen 03:46
Schnellstes Rennen03:44
Langsamstes Rennen03:54
Gesamtdauer aller an der U23 EM und WM gepaddelten 1000m Rennen22:41
  
Durchschnittliche Anzahl Paddelschläge pro 1000m Wettkampf (geschätzt), in Doppelschlägen (Schlag rechts, Schlag links)292
Durchschnittlich zurückgelegte Strecke pro Doppelschlag, in Meter3.43
  
Anzahl Tage im Trainingslager93
Anzahl besuchter Länder14
Davon Reisen nach Italien3
Davon Reisen nach Frankreich3
Davon Reisen in die Slowakei2
Davon Reisen in den Balkan0
  
Mitglieder von Ginger & Friends28
Wie viel mir das wert ist, in Dank1000
  
Anzahl angekündigter Blogbeiträge für das Jahr 20216
Anzahl geschriebener Blogbeiträge3
Anzahl angekündigter Blogbeiträge für das Jahr 20226
Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses Ziel erreiche50%
  
Verfügbare Podestplätze an der U23 EM Solkan3
Ergatterte Podestplätze an der U23 EM1
Nummer auf meinem Abteil des Podests1
Freude an diesem Tag, in Glückshormonen1000

Highlight der Saison: Europameistertag

Eins – Zwei – Drei – Vier – Eins – Zwei – Drei – Vier. Streng ist es sowieso, also gib nochmals alles! Eins – Zwei – und im Ziel. Bestzeit. Das war die Grundlage für einen super tollen Tag und ganz viel Freude. Die Rede ist vom Tag, als ich U23 Europameister wurde. Endlich stehe ich mal ganz oben auf dem Podest. Ich bin sehr stolz auf mich. Aber noch viel mehr freue ich mich darüber, wie andere sich wegen mir freuen. Da sind meine Teamkollegen, die nach dem Rennen zu mir ins Wasser springen und mich reinschmeissen. Oder Annalena und Marcel, meine Trainer, die beide bis zu den Ohren grinsen, als ich ihnen entgegenkommen. Für mich den emotionalsten Empfang bieten mir aber meine Teamkollegen, die bereits im Hotel zurück waren, als ich ins Ziel kam. Sie warten bereits vor dem Hotel und jubeln, als wir mit dem Bus angefahren kommen. So ein schöner Empfang. Aber auch die nächsten Tage und der Empfang zuhause sind wunderschön und machen den Europameistertag zu meinem absoluten Highlight dieses Jahr. Danke an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.

Merkwürdigster Moment der Saison: 10 Stunden Zeitverschiebung

Alles ist weiss. Ich bin ebenfalls weiss. Nur ab und zu taucht ein Boot auf und verschwindet sogleich wieder. Man sieht keine 50m weit. In 50 Minuten, um 9:00 sollte mein B-Final der U23 WM in Portugal starten. Wie am Tag zuvor hat es am Morgen stockdichten Nebel. Ich bin am Einpaddeln, jedoch nur etwas halbherzig. Eigentlich erwarte ich, dass mein Rennen etwas nach hinten geschoben wird bis der Nebel weg ist. In dieser Brühe ein Rennen durchzuführen, wäre schlicht nicht möglich, da man gar nicht sehen würde, wer gewonnen hat. Und so ist es denn auch. Als ich wieder ans Land komme, steht mein Trainer bereits da und teilt mir mit, dass mein Rennen um zehn Stunden verschoben wurde. «Wie um zehn Stunden?», frage ich. «Ja», sagt mein Trainer, «dein Rennen ist neu um 19:05». Klar, dass manchmal nicht alle Rennen nach Rennplan durchgeführt werden können und man etwas flexibel sein muss. Doch dass ich meine Höchstleistung gerade um zehn Stunden verschieben muss, ist mir so doch noch nie passiert und ist damit das merkwürdigste Rennerlebnis der letzten Saison.

Lowlight der Saison: Nun ja.

Ganz ehrlich, es war schwierig für mich, etwas wirklich Schlechtes an der letzten Saison zu finden. Es gab auf jeden Fall Momente, in denen es nicht so lief, wie ich gerne wollte. Da war zum Beispiel die Sprintstrecke an der Abfahrt EM in Spanien, die mir einfach nicht gelingen wollte. Oder die Enttäuschung, dass es an der U23 WM in Portugal keine Abschlussparty gab für mich. Doch zu vieles lief einfach richtig gut, als dass diese Vorfälle meine Erinnerungen an diese Saison trüben könnten. Das Einzige, worüber ich mir wirklich Gedanken machen muss, ist, dass ich meinem Körper trotz all dem Training auch genug Sorge trage. Zum ersten Mal in meiner Karriere hatte ich über längere Zeit Beschwerden mit meinen Schultern, aber auch mit meinem Handgelenk. Nichts Schlimmes zwar, aber trotzdem hat es mir gezeigt, dass mein Körper auch Erholung braucht und ich ihm Zeit geben muss für Regeneration. Das Gute an diesem Lowlight, ist, dass es in meinen Händen liegt, ob mein Körper auch in Zukunft Probleme machen wird. Ich kann also daraus lernen und mich verbessern. 

Insgesamt blicke ich auf die tollste Saison meiner Karriere zurück und freue mich über all die großartigen Erlebnisse. In der nächsten Saison steht mein letztes Jahr in der U23 Kategorie an und da will ich nochmals allen zeigen, was ich kann! Let’s go!

Liam in Amerika

Kalte Finger und gefrorene Zehen,
doch das Langlaufen lässt sich Liam nicht entgehen.
Eis und Schnee das liegt ihm sehr,
doch der warme Sommer fast noch mehr.
Ganz versunken in den warmen Sommerträumen,
verpasst er die Kurve und findet sich im Tiefschnee zwischen den Bäumen.
«Ach,» ruft er aus, «so geht’s nicht weiter!»
«Ich buche den nächsten Flug nach Florida», denkt er heiter.
Doch damit noch nicht genug, 
ein Amerika Trip soll’s werden in einem Zug.
Florida, Georgia und West Virginia,
an all diese Orte will er hin, ja!
Wie’s der Zufall will so wunderbar,
ist auch die WM in Amerika dieses Jahr.
Also will Liam seine Pläne verbinden
und gleich drei Monate in den Staaten verbringen.
Liam ist ein Mensch der Taten,
so lässt seine Reise nicht lange auf sich warten.
Anfang Februar geht es los,
im Flugzeug fühlt er sich schon grandios.
Kaum in Florida streckt er seinen weissen Bauch
direkt in die gleissende Sonne hinaus.
«Ei wie warm, das kann nicht sein,
für die nächsten Monate ist das mein Daheim!»
Von nun an trainiert er jeden Tag auf dem Wasser,
seine Muskeln spriessen, er fühlt sich schon krasser.
Mit Schweden und Franzosen kann er sich messen,
die Kälte daheim hat er schon lange vergessen.
Fortschritte und Verbesserungen kommen im Nu,
auch viel Freude und Spass erlebt er dazu.
Woche für Woche vergeht wie im Flug,
die Zeit läuft so schnell, es fühlt sich an wie Betrug.
Doch nicht überall läuft es geschmiert,
zuhause wird das Leben von einem Käfer diktiert.
Er breitet sich aus immer schneller und schneller,
die Regierungen sperren die Alten und Schwachen schon in die Keller.
Nicht nur in Europa sind die Ampeln auf Rot,
auch die WM hier ist vom Virus bedroht.
Auch wenn es eigentlich niemandem behagt,
wurde die WM zur Sicherheit abgesagt.
Liam fühlt sich seinen Plänen beraubt,
doch sieht ein, dass die Situation nicht für einen Grossanlass taugt.
«Stay positive» denkt sich Liam daher
und freut sich dafür auf die restliche Zeit umso mehr.
Die Zeit läuft weiter, auch wenn Liam das nicht will,
doch so langsam steht auch in Amerika alles still.
Zuerst in Europa, jetzt auch hier,
vergebens die Suche nach Klopapier.
Die Zeit vergeht und Liam muss sich entscheiden,
nach Hause flüchten oder doch an der Wärme bleiben?
Das Herz will bleiben, der Kopf nicht so sehr,
so fällt ihm die Entscheidung merklich schwer.
Am Ende ist die Lust der Vernunft erlegen
und auch Liam muss sich dem Käfer ergeben.
Nach Hause kommen erweist sich als Krux,
zwei Stunden Warteschleife bei der Airline ohne Jux.
Noch ein letztes Mal im Pool baden,
das Gepäck bereits im Auto verladen.
Das Amerika Abenteuer auf einen Schlag beendet,
Liam hätte sich gewünscht das wäre anders geendet.
Liam will sich aber nicht beklagen,
viele müssen in dieser Krise mehr Leid ertragen.
Leid, Langweiligkeit und Isolation obschon,
wünscht Liam allen Lesern: «Stay positive and go on!»
Wer sich nun fragt, wer so was Langes schreibt,
dem sage ich, nur jemand mit viel zu viel Zeit 😉

Die Saison 2019 in Zahlen

Paddelkilometer, ungefähr 3139
Trainingszeit insgesamt, in h (ca.) 637
Davon im Kraftraum, ca 156
Zeit zusammen mit Maurus Pfalzgraf verbracht, in Tagen (ziemlich genau) 158
Zeit mit meiner Freundin verbracht, in Tagen (ungefähr) 68
Anzahl Länder bepaddelt 8
Anzahl Länder die an der WM in Szeged gepaddelt sind 108
Anzahl Blogbeiträge auf der Website 2017 8
Anzahl Blogbeiträge auf der Website 2018 7
Anzahl Blogbeiträge auf der Website 2019 2
Zeit ins Kanufahren investiert 2017, in h 588
Zeit ins Kanufahren investiert 2018, in h 630
Zeit ins Kanufahren investiert 2019, in h 637
Korrelation dieser Daten negativ
Anzahl Blogbeiträge geplant für 2020 6
Anzahl teilgenommener WMs 2019 3
Mögliche WM Teilnahmen 2019 für mich 4
Zufriedenheit mit der Saison, in Prozent 65

Highlight der Saison:

Der Höhepunkt dieses Jahr war nicht einfach zu bestimmen. In Frage kamen zwei grossartige Events. Besser gesagt WMs. Das sind die Regatta WM in Szeged (HUN) und andererseits die Abfahrt WM in La Seu d’Urgell. Die Weltmeisterschaften in Ungarn bestritt ich zusammen mit Maurus Pfalzgraf im Zweier. Nach einer enttäuschenden U23 WM den Monat zuvor konnten wir uns enorm steigern und katapultierten uns in einem tollen Rennen über die nicht-olympischen 500m in die Top 15 und in den olympischen 1000m in den C-Final. Die Rennen machten extrem Spass und bildeten einen tollen Abschluss für die Kanukarriere meines Partners Maurus. Danke für die coole gemeinsame Zeit. Sie wird mir auf deine menschenfreundliche und chaotische Weise in Erinnerung bleiben. Die WM in Spanien auf dem Olympiakanal von Barcelona war das andere Highlight. Als nur Eines von drei Wildwasserrennen dieses Jahr war die WM eher ein End-of-season Goodie, anstelle von eines seriösen Höhepunkts. Aber vielleicht war es genau das, was die WM für mich so erfolgreich machte. Im ersten Lauf hatte ich etwas Mühe in Fahrt zu kommen. Beim Zweiten kam der Stein dann ins Rollen und ich schaffte mein Ziel, die Finalquali. Im Endlauf fühlte ich mich, als ob ich Hinkelsteine rumwerfen könnte und erreichte das bisher beste Schweizer Resultat an einer WW-Weltmeisterschaft bei den Herren, den siebten Rang. Welch tolles Gefühl!

Lowlight der Saison:

Das war eindeutig die Regatta U23 WM in Pitesti Anfangs August. Zu diesem Zeitpunkt konzentriere ich mich schon ein ganzes Jahr völlig auf den Sport und sollte ein gutes Resultat abliefern. An der WM starte ich zusammen mit Maurus Pfalzgraf im Zweier, sowie auch in Einer über 1000m. Vorfreudig starten wir in die WM und tanzen an der Eröffnungsfeier zusammen mit den anderen Athleten einen rumänischen Volkstanz. Doch die Rennen laufen beschissen schlecht. Der Zweier harmonisiert nicht und im Einer habe ich kein Power. Maurus und ich erreichen knapp den B-Final und können uns nicht behaupten. Im K1 ist im Halbfinal Endstation. Der Grund für dieses Desaster war wohl, dass ich mir zu viel Druck gemacht habe. Im Vorfeld trainierte ich wohl etwas zu viel, Maurus dafür etwas zu wenig. Doch hauptsächlich fehlte mir die nötige Lockerheit. Nach den Rennen wollte ich zuerst alles über den Haufen schmeissen und das geplante Trainingslager und den Start an der Elite WM abblasen. Glücklicherweise tat ich das dann nicht. Ich hätte es bereut.

Merkwürdigster Moment:

Es war ein sonnig heisser Junitag. Um mich auf die bevorstehenden Wettkämpfe vorzubereiten trainierte ich in Rapperswil. An diesem Tag stand 90 Minuten Rennradfahren auf dem Trainingsplan. Ich radle mit dem Velo Richtung Einsiedeln den Berg hoch und nach der Hälfte wieder zurück Richtung Rapperswil. Ich schiesse den Berg herunter. 40 km/h, 50km/h immer schneller. Das Pflaster ist gut. Der Weg gerade genug breit für ein Auto. Auf beiden Seiten hohes Gras. Plötzlich springt etwa zwei Meter vor mir ein Wiesel aus dem Gras und hechtet über die Strasse. Überrascht bremse ich sofort und versuche dem Wiesel auszuweichen. Das gelingt mir zum Glück. Weniger glücklich ist die Katze, die dem Wiesel hinterhergejagt ist. Sie springt direkt vor mir auf die Strasse und ich spüre nur noch wie mein Lenker etwas ruckelt. Meinem Hinterrad kann sie glücklicherweise ausweichen. Zu meiner Erleichterung sprintet die Katze in Deckung und hat keine weiteren Schäden erlitten, soweit ich das beurteilen kann. Dem Wiesel habe ich jedenfalls das Leben gerettet. Immerhin das.

Alles in allem war es ein lehrreiches Jahr mit tollen Momenten, die ich erleben durfte. Ich habe gelernt, dass mehr nicht immer mehr ist, wenn’s ums Training geht. Ich durfte grossartige neue Menschen kennenlernen. Musste mich aber auch von Rückschlägen erholen und in schwierigen Momenten die Motivation wiederfinden. Trotzdem habe ich das Jahr 2019 genossen und möchte es nicht missen. Vielen Dank allen, die mich auf meinem Weg unterstützen und mir diese aufregende Lebenszeit ermöglichen. Ginger out.

Lange Zeit im Kanu

Wir leben in turbulenten Zeiten. Doch wohin treibt es Linus im Moment und was hat er erlebt in den letzten Monaten? Eine Zeitreise.

 

29. Oktober 2018. Ein nebliger Tag. Um 10:00 trudeln mehr und mehr Gestalten auf einen Asphaltplatz in Wangen a.A. So beginnt ein neuer Lebensabschnitt unseres Kanuten. Rund 40 Sportler legen in den nächsten Stunden ihr ziviles Ich nieder und nehmen das grüne Wir auf. Es ist der Start der Spitzensport RS 2/2018. Ab jetzt heisst es Ruhn, Trainieren, zweimal Richtung rechts, Richtung Zwipf. Nach drei Wochen haben wir den militärischen Teil unseres Militärdienstes absolviert. Wir verschieben nach Magglingen, um unsere Sportlerfunktion wahrzunehmen. Das bisher längste Trainingslager in Linus Leben beginnt.

21. Dezember 2018. Die Sportrekruten dürfen nach Hause! Weihnachten steht vor der Tür und der militärische Drill aus Paddeln, Kraftraum, Laufen, Spinning und Regeneration wird für ein paar Tage unterbrochen. Zeit zuhause mit der Familie.

26. Dezember 2018. Welcome back. Auf geht’s nach Andermatt. In der Kaserne wohnen und auf der Loipe Langlaufen. Nach einer Woche Andermatt-Realp Retour kennt man jeden Baum. Trotzdem wars lustig.

5. Januar 2019. Ein neues Jahr, das meiste bleibt beim Alten. Zwei Wochen Langlaufen in St. Moritz. Doch Fortschritte machen sich bemerkbar. 2.5 Stunden Langlaufen am Stück wird normal. Und auch vier Stunden vergehen wie im Flug.

26. Januar 2019. Auf nach Tenero. Nach der Paddelpause das erste mal wieder auf dem Wasser. Tenero fühlt sich fast ein bisschen wie zuhause an. So oft waren wir schon hier. Paddelhandschuhe braucht’s trotz aller Heimeligkeit.

17. Februar 2019. Tetris. Wir spielen Tetris. Ewig spielen wir Tetris. Die meiste Zeit von unserem Flug nach Miami spielen wir Tetris. In Florida spielen wir die nächsten vier Wochen jedoch kein Tetris. Dafür Schiffeversenken. Zum Glück nicht. Wir fürchten uns etwas von den Alligatoren. Das Training läuft. Die RS immer noch in vollem Gange.

15. März 2019. Immer noch bei den Krokis. Doch nun sind wir ausgediente Soldaten. Die RS hat unser Kanute absolviert. Wieder ein neuer Lebensabschnitt.

6. April 2019. Viel geändert hat sich nicht. Wir fahren nach Caldonazzo ins Trainingslager. Eine schöne Gegend mit flachem See. Was will man mehr?

11. April 2019. Unser Held wird 20 Jahre alt. Zum Geburtstag fährt er das Rennen in Valstagna (ITA). Das Wildwasser tut ihm gut. Eine spannende Abwechslung. Etwas alt fühlt er sich schon.

26. April 2019. Mantova (ITA). Das erste Rennen der Saison. Wie viel besser bin ich? 3. Platz im K2 und ein gewonnenes B-Finale stimmen zuversichtlich.

2. Mai 2019. Kopenhagen. Die zweite Probe. Härtere Konkurrenz und kälteres Wetter, aber trotzdem nicht schlecht. Still work to do.

12. Mai 2019. Budapest. Die Europareise geht weiter. Als Teil eines Trainingslager des internationalen Kanuverbandes findet Linus Freunde aus Ländern, die er meistens zuerst Googeln muss, um zu wissen wo sie liegen. Das Ungarische Training nagt an den Reserven oder besser gesagt, es kitzelt den Rest aus Linus, der ihn schneller macht.

19. Mai 2019. Heute. Ruhetag. Zeit um Berichte zu schreiben. Das hat er nun erledigt. Zeit für etwas Sightseeing. Bis bald in der Zukunft.

Saison 2018 – What happened?

Das Jahr 2018 ist so gut wie vorbei. Das heisst aber glücklicherweise nicht, dass alles verloren ist, was im 2018 geschah. Sonst würde ich jetzt ohne Matura und mit Gedächtnisverlust dastehen. Es ist nicht einfach aus einem solch ereignisreichen Jahr die besten Momente herauszupicken, die man erlebt hat. Ich habe mich aber trotzdem an die Challenge herangewagt und herausgekommen sind Erlebnisse, die mir sicherlich nicht verloren gehen werden.

Die Saison 2018 in Zahlen:

Trainingsstunden 630
Kanukilometer 3139
Geschätzte Anzahl Paddelschläge (Ansatz 50S/min) 1’017’000
Anzahl Rechnungsfehler bei obiger Schätzung in „Die Saison 2017 in Zahlen“ 1
Wochenenden investiert in Wettkämpfe / Trainingslager 34
Wochenenden nicht investiert in Wettkämpfe / Trainingslager 18
Davon Trainingsfrei 5
Anzahl beim Sport verbrannter Kalorien, in Big Macs 640
Anzahl von mir gegessener Big Macs 0
Anzahl Athleten, die von einer Sporthilfe Patenschaft bei McDonalds profitieren 169
Anzahl Prüfungsfächer an der Matura 5
Davon bestandene Prüfungen, in Prozent 100
Notendurchschnitt in den Mathi-Prüfungen log 3 (729)
Anzahl Schlaglöcher auf Rumänischen Strassen (gefühlt) 100’000
Maximale Anzahl gefahrener Kilometer in 24 h 1668
Anzahl Ginger&Friends Unterstützer 21
Anzahl immer noch dankbarer Athleten die von Ginger&Friends profitieren 1
Anzahl Grossanlässe 2018 4
Zufriedenheit mit der Saison 2018, in Prozent 75

 

Highlight der Saison

Ganz klar die Heim WM auf der Muota. Zuhause vor Heimpublikum tolle Rennen zeigen zu können, war mein absolutes Highlight letztes Jahr. Die ganze Vorbereitung auf den Wettkampf mit etlichen Trainingsstunden auf der Muota und so viel Wildwassertraining wie noch nie zuvor, haben extrem Spass gemacht. Das Team war wie jedes Jahr erste Sahne und hat mich zu Höchstleistungen angetrieben. Aber vor allem das Klassik Rennen bleibt mir in Erinnerung. Ich kannte durch meine Vorbereitung fast jeden Stein und jede Welle der Muota und konnte nur noch meine Linie abrattern. Sogar bei der Schlüsselstelle rund um den Muotastein lief alles wie am Schnürchen. Am Ende schaute Platz 12 heraus. Dieser wäre aber nicht möglich gewesen ohne die grandiose Unterstützung aller Fans, die uns Athleten angefeuert haben. Hervorheben will ich noch eine kleine Fangeschichte, die mich besonders gefreut hat. Meinem ehemaligen Mathilehrer Stefan Müller habe ich von der Muota erzählt und er hat kurzerhand entschlossen mich mit seinem Velo die ganze Klassikstrecke lang anzufeuern. Vor lauter Anfeuern entwich ein Randstein seiner Aufmerksamkeit und er flog über den Lenker. Als er mich eine Woche später bei der Mathi-Matura mit der linken Hand begrüssen musste, weil seine Rechte vom Sturz verletzt war, hatte er trotzdem noch ein Lächeln im Gesicht. Vielen Dank dafür!

 

Lowlight der Saison

Die U23 WM in der Regatta fand dieses Jahr in Plovdiv (Bulgarien) statt. Schnelle Wasserbedingungen, pompöse Eröffnungsfeier und glorreiche Siege. Ein Rundgang in der Stadt an einem freien Nachmittag zeigten uns aber auch die arme Seite von Bulgarien. Etwas abgekommen von den üblichen Touristen Routen fanden wir uns in einem armen Unterschicht Quartier wieder. Besonders in Erinnerung geblieben, ist mir das Bild eines alten Mannes, der mitten auf der Strasse vor seinem Haus zwei Kuhköpfe zerlegte, um das Fleisch herauszuholen. Diese Szenerie stimmte mich nachdenklich und machte mir klar, wie viel Luxus ich in meinem Leben erleben darf. Dieser arme Mann war mein Lowlight der Saison.

 

Merkwürdigster Moment

Es war im Trainingslager in Florida. Wie gewohnt, klingelte um 6:50 der Wecker und danach ging es los mit dem Morgenessen. So weit, so gut. Eines Morgens klingelte der Wecker mitten in der Nacht und draussen war es noch stockdunkel. Einen Blick aufs Handy: 6:50. Die Zeit stimmte. Was war nur los. Also standen wir auf und bereiteten das Morgenessen vor. Als wir uns dann etwas über die merkwürdige Dunkelheit unterhielten ging uns plötzlich ein Licht auf. Es war der 11. März. Was wir bei eigenem Leibe erfahren hatten, war, dass in Amerika die Sommerzeit gut zwei Woche früher umgestellt wird als in Europa. Wir erlebten also ein Wechselbad der Zeiten. Vom Europa-Winter in den Amerika-Winter, von da an in den Amerika-Sommer, dann wieder zurück in den Europa-Winter und dann am 25. März definitiv in die Europa-Sommerzeit. Ziemlich verwirrend das Ganze, weshalb es auch mein merkwürdigster Moment der Saison ist.

 

Die Saison 2018 würde ich definitiv nicht vergessen wollen und ich danke allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr wünsche ich. Ginger, out.

Kurzer. Bericht.

Linus. Aus. Trainingspause. Muss. Bericht. Schreiben. Von. Der. EM. Und. WM. Will. Aber. Lieber. Pause. Machen.

Trainingslager. In. Slowenien. War. Gut. Schöner. See. Und. Effektives. Training. Für. Den. Letzten. Schliff. Vor. Der. WM. Hat. Spass. Gemacht.

Danach. Direkt. Weiter. Nach. Plovdiv. In. Bulgarien. Dem. Austragungsort. Der. Regatta. WM. Maurus Pfalzgraf. Und. Ich. Starteten. Im. K2. Über. 1000m. Es. War. Hart. Im. Starken. U23. Feld. Daher. War. Auch. Im. Halbfinale. Schluss. Für. Uns. Wir. Haben. Aber. Gesehen. Wie. Stark. Die. Anderen. Sind. Und. Glauben. Daran. Dass. Wir. Das. Auch. Erreichen. Können. Mit. Viel. Training. Motivation. Ist. Da.

Danach. Hannah Müller. Und. Ich. Direkt. Weiter. Nach. Skopje. Wo. Die. U23. EM. Im. Wildwasser. Statt. Fand. Mit. Dem. Sechsten. Rang. Im. Klassik. Und. Dem. 12. Im. Sprint. Bin. Ich. Sehr. Zufrieden. Um. Vier. Hundertstel. Haben. Wir. Leider. Eine. Medaille. Im. Team. Verpasst. Das. War. Schade. Nicht. Verpasst. Hat. Die. Medaille. Hannah Müller. Bei. Den. Juniorinnen. Gratulation. Dafür.

Danach. Nach. Hause. Und. In. Die. Trainingspause. Wo. Ich. Jetzt. Bin. Und. Endlich. Fertig. Bin. Mit. Dem. Bericht.

 

Danke. Allen. Die. Mich. Unterstützt. Haben!

Florida 18 – Alligatoren und Cottage Cheese

„Watch out for alligators! The small one in the bush over there is harmless, but there are big ones!“, dies war ein nett gemeinter Hinweis eines Bewohners während eines Trainings hier in Florida. Von da an war das Paddeln um einiges spannender als zuvor. Wer gefressen wurde und was sonst noch so lief in Florida erfährst du hier!

Ist ja gut, gefressen wurde niemand, aber ein gewisser Nervenkitzel war da beim Paddeln. Aufgetaucht sind diese Alligatoren in den ganzen vier Wochen leider zum Glück nie, was aber den Vorteil hatte, dass wir uns optimal auf die nächste Saison vorbereiten konnten. Während vier Wochen Sonnenschein paddelten wir täglich rund 30km, warfen Gewichte durch die Gegend und „sekleten wie die Tubel“. Anstrengend war’s auf jeden Fall.

Einen Gegenpol dazu bildeten die wenigen Ruhetage in diesem Monat. Diese trainingsfreien Stunden bieten einerseits die Gelegenheit sich zu erholen, aber andererseits auch die Chance die Gegend zu erkunden und spannende Dinge zu erleben. So stiessen wir auf einer Bootstour auf eine freundliche Gruppe Delfine und holten uns am gleichen Tag einen Adrenalinrausch vom schnellen Bootfahren. Ein andermal verschlug es uns in die Everglades, wo wir vom Strassenrand aus Alligatoren und Schlangen bestaunen konnten. Ein Highlight des Lagers und der Grund für zahlreiche neue Bestzeiten war unser enormer Hüttenkäsekonsum. Niemand kennt den wahren Grund, wieso wir pro Tag beinahe ein halbes Kilo Hüttenkäse verschlungen haben, aber gewirkt hat’s sicherlich. Von aussen mag das vielleicht etwas bizarr erscheinen, aber so sind wir Kanuten 😉

Insgesamt also ein aufregender und gleichzeitig gewinnbringender Monat. Zuhause angekommen, werde ich drei Wochen in Luzern trainieren und dann bereits wieder für zwei Wochen ins Trainingslager reisen. Was will man mehr? Stimmt, Wettkämpfe fahren. Doch diese lassen auch nicht mehr lange auf sich warten, denn kurz danach steht schon die WM auf der Muota vor der Tür! Die Vorfreude steigt…

 

 

Nachwuchssportler des Jahres!!!

Arg aus dem Winterschlaf gerissen überstürzen sich die Ereignisse momentan. Ein Temperaturunterschied von beinahe 40 Grad und einen Aufstieg in den Sportleradel in nur einer Woche. Was ist nur passiert?

 

Einen Monat zuvor:

 Zwar befinde ich mich nicht gerade im Winterschlaf aber das langwierige Ausdauertraining auf dem kalten See macht einen beinahe ein bisschen schläfrig. Ohne Zweifel wirksam und unverzichtbar aber bei weitem nicht so actionreich wie die schnellen Intervalltrainings im Sommer ziehen sich die Trainingsstunden so dahin. Die Anzahl neuer Berichte auf meiner Webseite (=0) lassen auch auf die vielen ausserordentlichen Kanuerlebnisse schliessen, die ich erlebt habe in dieser Zeit. Ein ganz normaler langweiliger Winter also.

Um dieser Durststrecke den Durst zu stillen, machten wir uns letzten Sonntag auf ins warme Florida…

 

Jetzt:

4 Wochen Trainingslager bei beinahe 30 Grad und Sonne. Klingt schon mehr nach Action, nicht? Um uns effizient auf die nächste Saison vorzubereiten trainieren wir von Morgens bis Abends und lassen uns den Schweiss aus den Muskeln spriessen. Was will man mehr?

Doch gestern Abend passierte beinahe noch etwas Aufregenderes….

 

Noch mehr Jetzt:

 Die IG Sport des Kantons Luzern organisiert jedes Jahr eine Sportlerehrung bei der unteranderem der/die Nachwuchssportler/in des Jahres gekürt wird. Dieses Jahr wurde ich zu eben dieser Auszeichnung nominiert. Bald wurde mir mitgeteilt, dass ich zu den drei Finalisten zählte, aus denen an einem grossen Finale der/die Gewinner/in erkoren wird. Plötzlich wurde ich aus meinem Winteralltag gerüttelt und es geschah wieder etwas Aufregendes.

Gestern fand dieses Finale statt. Zu meiner grossen Freude wurde ich aufgrund meiner zwei Medaillen an der Junioren WM und dem 5. Platz an der Regatta EM zum Gewinner gekürt. Ich bin sehr stolz, dass ich mich gegen die beachtliche Konkurrenz durch Selina Witschonke (Curling) und Xenia Hodel (Handball) behaupten konnte und gratuliere ihnen herzlich. Dass ich durch diese Auszeichnung in den Sportadel erhoben wurde ist wahrscheinlich etwas übertrieben aber ich freue mich trotzdem sehr darüber. Leider konnte ich an der Ehrung nicht persönlich dabei sein, weil ca. 8000km entfernt, was den Ginger-Friend aber freut, weil er sich meine digitale Dankesrede nun auch anhören kann;)

 

Vielen Dank allen die mich unterstützt haben. Ich habe Spass!

 

We Are the Champions, my Friend, döm döm döm…

Dieser Song erklang letzten Mittwoch bei der Sportlerehrung der Stadt Luzern. Wie jedes Jahr bildet sie den endgültigen Abschluss meiner Saison und bietet Platz für einen Rückblick auf die schönsten Momente des vergangenen Jahres. Doch was waren überhaupt die Highlights, Lowlights, spannendsten und merkwürdigsten Erlebnisse meines Kanuabenteuers 2017? Ein kleiner Überblick…

Die Saison 2017 in Zahlen:

Trainingsstunden

588

Kanukilometer

2886

Geschätzte Anzahl Paddelschläge (Ansatz 50S/min) 1’764’000
Joggingkilometer, in Marathons

9.2

Anzahl Langlauftrainings

17

Anzahl Stürze in Langlauftrainings

1

Anzahl gebrochene Stöcke bei Stürzen in Langlauftrainings

1

Wochenenden investiert in Wettkämpfe/Trainingslager

38

Davon mit Freude investiert

38

Entschuldigte Absenzen der Schule, in Lektionen

243

Gefühlte Stunden im Kanubus auf der Autobahn

10’000

Davon in Webseitenberichte investierte Stunden (gefühlt)

5’000

Tatsächliche (nicht geschätzte) Durchschnittsdauer pro Bericht, in Stunden

3.5-4.5

Anzahl Weltmeistertitel

0

Anzahl Vizeweltmeistertitel

1

Anzahl Vizevizeweltmeistertitel

1

Anzahl 5. Plätze bei Junioren Europameisterschaften im K2

1

Sonstige Medaillen

21

Anzahl Mitglieder von Ginger&Friends

51

Anzahl gegessener Bratwürste am Ginger&Friends Sommerfest

46

Anzahl dankbarer Athleten die von Ginger&Friends profitieren

1

Anzahl von Ginger&Friends-Athleten gegessener Bratwürste am Sommerfest

4

Zufriedenheit mit der gesamten Saison von mir, in Prozent

100

 

Highlight der Saison

Es ist schwer, nur ein Highlight meiner Saison zu beziffern, aber ich habe mich entschieden. Es ist das Gefühl, an der Regatta EM, zusammen mit Maurus Pfalzgraf, extrem gute Rennen zu fahren, sich dafür völlig zu verausgaben und sich damit selbst zu übertreffen. Schon das Vorbereitungslager in Slowenien machte Freude, danach die optimal verlaufenen Vorläufe an der EM selbst, die uns überrascht haben, und schliesslich der perfekte Final, in dem wir sowieso nichts verlieren konnten – es war grandios. Der Erfolg in diesen Rennen, die ganze Stimmung bei den Kanuten aus ganz Europa und vor allem auch in unserem Team machen diese EM zu meinem persönlichen Highlight der Saison.

 

Lowlight der Saison

Ziemlich das einzige Mal in der Saison keine Lust zu paddeln hatte ich im Trainingslager in Italien eine Woche nach der WM. Trotz sehr coolem Wildwasser und tollen Leuten hätte ich eine Pause gebraucht vom ganzen Kanualltag und hätte lieber etwas anderes gemacht. Das Paddeln hing mir da richtig zum Hals raus. Aber nach einer so langen Saison wie dieses Jahr gehört das wohl dazu. Diese Unlust zum Paddeln macht für mich dieses Trainingslager zum Lowlight des Jahres.

 

Seltsamster / lustigster Moment der Saison

Nach langem Nachdenken habe ich den seltsamsten und gleichzeitig lustigsten Moment der Saison gefunden. Und zwar als wir im Trainingslager in Pusiano im verlassenen Gemeindesaal Pusianos, der komischerweise gerade eine Tür von unserem Aufenthaltsraum entfernt lag, eine katholische Messe nachgespielt haben. Stefan Scherrer als Pfarrer, Maurus Pfalzgraf als Ministrant und ich als Orgel. Klingt sehr verstörend, war es auch. Insgesamt aber sehr seltsam und vor allem lustig. Zum Glück gibt es keine Videos von diesem Schauspiel.

 

Ende Saison 17

Das war’s mit der Saison 17. Mir hat es total Spass gemacht, so viel zu paddeln und in der Welt herum zu fahren. Ich würde es nicht anders wollen. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die mich diese ganze Zeit unterstützt haben. Allen voran meiner Familie, die mich doch gar oft entbehren muss und mir aber immer zur Seite steht. Silvan Wyss, der mich 365 Tage im Jahr hetzt oder bremst paddeln zu gehen, was soviel heisst, dass er mir die Trainingspläne schreibt und dafür enorm viel Freizeit investiert. Auch meinen anderen TrainerInnen Annalena Kuttenberger, Kristin Amstutz, Lukas Bolliger, Joe Kunz, Marcel Eichenberger und Andreas Schori möchte ich für ihre tolle Arbeit danken. Weiter möchte ich mich bei der tollen Kanutruppe bedanken, mit der ich so viel Zeit verbringen darf und die immer für gute Laune sorgt. Dem Kanuclub Luzern will ich danke sagen, dass er mir eine tolle Trainingsmöglichkeit bietet und mich auch sonst grossartig unterstützt, finanziell und mit motivierenden Sprüchen der Mitglieder. Auch den Sponsoren der Nationalmannschaft und vor allem auch meinen persönlichen Sponsoren McDonalds Dierikon und der Wildstauden Gärtnerei gebührt grossen Dank. Der Stadt und dem Kanton Luzern danke ich auch herzlich für die finanzielle Unterstützung. Doch abschliessend will ich allen Ginger&Friends Mitgliedern danken, die mir die Saison enorm erleichtern und denen ich auch gerne von Zeit zu Zeit Postkarten schreibe.

Nun denke ich ist alles gesagt und ich kann mich getrost in den Winterschlaf begeben 😉 Also dann, auf Wiedersehen und bis zum nächsten Jahr. Ich freue mich!