Lange Zeit im Kanu

Wir leben in turbulenten Zeiten. Doch wohin treibt es Linus im Moment und was hat er erlebt in den letzten Monaten? Eine Zeitreise.

 

29. Oktober 2018. Ein nebliger Tag. Um 10:00 trudeln mehr und mehr Gestalten auf einen Asphaltplatz in Wangen a.A. So beginnt ein neuer Lebensabschnitt unseres Kanuten. Rund 40 Sportler legen in den nächsten Stunden ihr ziviles Ich nieder und nehmen das grüne Wir auf. Es ist der Start der Spitzensport RS 2/2018. Ab jetzt heisst es Ruhn, Trainieren, zweimal Richtung rechts, Richtung Zwipf. Nach drei Wochen haben wir den militärischen Teil unseres Militärdienstes absolviert. Wir verschieben nach Magglingen, um unsere Sportlerfunktion wahrzunehmen. Das bisher längste Trainingslager in Linus Leben beginnt.

21. Dezember 2018. Die Sportrekruten dürfen nach Hause! Weihnachten steht vor der Tür und der militärische Drill aus Paddeln, Kraftraum, Laufen, Spinning und Regeneration wird für ein paar Tage unterbrochen. Zeit zuhause mit der Familie.

26. Dezember 2018. Welcome back. Auf geht’s nach Andermatt. In der Kaserne wohnen und auf der Loipe Langlaufen. Nach einer Woche Andermatt-Realp Retour kennt man jeden Baum. Trotzdem wars lustig.

5. Januar 2019. Ein neues Jahr, das meiste bleibt beim Alten. Zwei Wochen Langlaufen in St. Moritz. Doch Fortschritte machen sich bemerkbar. 2.5 Stunden Langlaufen am Stück wird normal. Und auch vier Stunden vergehen wie im Flug.

26. Januar 2019. Auf nach Tenero. Nach der Paddelpause das erste mal wieder auf dem Wasser. Tenero fühlt sich fast ein bisschen wie zuhause an. So oft waren wir schon hier. Paddelhandschuhe braucht’s trotz aller Heimeligkeit.

17. Februar 2019. Tetris. Wir spielen Tetris. Ewig spielen wir Tetris. Die meiste Zeit von unserem Flug nach Miami spielen wir Tetris. In Florida spielen wir die nächsten vier Wochen jedoch kein Tetris. Dafür Schiffeversenken. Zum Glück nicht. Wir fürchten uns etwas von den Alligatoren. Das Training läuft. Die RS immer noch in vollem Gange.

15. März 2019. Immer noch bei den Krokis. Doch nun sind wir ausgediente Soldaten. Die RS hat unser Kanute absolviert. Wieder ein neuer Lebensabschnitt.

6. April 2019. Viel geändert hat sich nicht. Wir fahren nach Caldonazzo ins Trainingslager. Eine schöne Gegend mit flachem See. Was will man mehr?

11. April 2019. Unser Held wird 20 Jahre alt. Zum Geburtstag fährt er das Rennen in Valstagna (ITA). Das Wildwasser tut ihm gut. Eine spannende Abwechslung. Etwas alt fühlt er sich schon.

26. April 2019. Mantova (ITA). Das erste Rennen der Saison. Wie viel besser bin ich? 3. Platz im K2 und ein gewonnenes B-Finale stimmen zuversichtlich.

2. Mai 2019. Kopenhagen. Die zweite Probe. Härtere Konkurrenz und kälteres Wetter, aber trotzdem nicht schlecht. Still work to do.

12. Mai 2019. Budapest. Die Europareise geht weiter. Als Teil eines Trainingslager des internationalen Kanuverbandes findet Linus Freunde aus Ländern, die er meistens zuerst Googeln muss, um zu wissen wo sie liegen. Das Ungarische Training nagt an den Reserven oder besser gesagt, es kitzelt den Rest aus Linus, der ihn schneller macht.

19. Mai 2019. Heute. Ruhetag. Zeit um Berichte zu schreiben. Das hat er nun erledigt. Zeit für etwas Sightseeing. Bis bald in der Zukunft.

Saison 2018 – What happened?

Das Jahr 2018 ist so gut wie vorbei. Das heisst aber glücklicherweise nicht, dass alles verloren ist, was im 2018 geschah. Sonst würde ich jetzt ohne Matura und mit Gedächtnisverlust dastehen. Es ist nicht einfach aus einem solch ereignisreichen Jahr die besten Momente herauszupicken, die man erlebt hat. Ich habe mich aber trotzdem an die Challenge herangewagt und herausgekommen sind Erlebnisse, die mir sicherlich nicht verloren gehen werden.

Die Saison 2018 in Zahlen:

Trainingsstunden 630
Kanukilometer 3139
Geschätzte Anzahl Paddelschläge (Ansatz 50S/min) 1’017’000
Anzahl Rechnungsfehler bei obiger Schätzung in „Die Saison 2017 in Zahlen“ 1
Wochenenden investiert in Wettkämpfe / Trainingslager 34
Wochenenden nicht investiert in Wettkämpfe / Trainingslager 18
Davon Trainingsfrei 5
Anzahl beim Sport verbrannter Kalorien, in Big Macs 640
Anzahl von mir gegessener Big Macs 0
Anzahl Athleten, die von einer Sporthilfe Patenschaft bei McDonalds profitieren 169
Anzahl Prüfungsfächer an der Matura 5
Davon bestandene Prüfungen, in Prozent 100
Notendurchschnitt in den Mathi-Prüfungen log 3 (729)
Anzahl Schlaglöcher auf Rumänischen Strassen (gefühlt) 100’000
Maximale Anzahl gefahrener Kilometer in 24 h 1668
Anzahl Ginger&Friends Unterstützer 21
Anzahl immer noch dankbarer Athleten die von Ginger&Friends profitieren 1
Anzahl Grossanlässe 2018 4
Zufriedenheit mit der Saison 2018, in Prozent 75

 

Highlight der Saison

Ganz klar die Heim WM auf der Muota. Zuhause vor Heimpublikum tolle Rennen zeigen zu können, war mein absolutes Highlight letztes Jahr. Die ganze Vorbereitung auf den Wettkampf mit etlichen Trainingsstunden auf der Muota und so viel Wildwassertraining wie noch nie zuvor, haben extrem Spass gemacht. Das Team war wie jedes Jahr erste Sahne und hat mich zu Höchstleistungen angetrieben. Aber vor allem das Klassik Rennen bleibt mir in Erinnerung. Ich kannte durch meine Vorbereitung fast jeden Stein und jede Welle der Muota und konnte nur noch meine Linie abrattern. Sogar bei der Schlüsselstelle rund um den Muotastein lief alles wie am Schnürchen. Am Ende schaute Platz 12 heraus. Dieser wäre aber nicht möglich gewesen ohne die grandiose Unterstützung aller Fans, die uns Athleten angefeuert haben. Hervorheben will ich noch eine kleine Fangeschichte, die mich besonders gefreut hat. Meinem ehemaligen Mathilehrer Stefan Müller habe ich von der Muota erzählt und er hat kurzerhand entschlossen mich mit seinem Velo die ganze Klassikstrecke lang anzufeuern. Vor lauter Anfeuern entwich ein Randstein seiner Aufmerksamkeit und er flog über den Lenker. Als er mich eine Woche später bei der Mathi-Matura mit der linken Hand begrüssen musste, weil seine Rechte vom Sturz verletzt war, hatte er trotzdem noch ein Lächeln im Gesicht. Vielen Dank dafür!

 

Lowlight der Saison

Die U23 WM in der Regatta fand dieses Jahr in Plovdiv (Bulgarien) statt. Schnelle Wasserbedingungen, pompöse Eröffnungsfeier und glorreiche Siege. Ein Rundgang in der Stadt an einem freien Nachmittag zeigten uns aber auch die arme Seite von Bulgarien. Etwas abgekommen von den üblichen Touristen Routen fanden wir uns in einem armen Unterschicht Quartier wieder. Besonders in Erinnerung geblieben, ist mir das Bild eines alten Mannes, der mitten auf der Strasse vor seinem Haus zwei Kuhköpfe zerlegte, um das Fleisch herauszuholen. Diese Szenerie stimmte mich nachdenklich und machte mir klar, wie viel Luxus ich in meinem Leben erleben darf. Dieser arme Mann war mein Lowlight der Saison.

 

Merkwürdigster Moment

Es war im Trainingslager in Florida. Wie gewohnt, klingelte um 6:50 der Wecker und danach ging es los mit dem Morgenessen. So weit, so gut. Eines Morgens klingelte der Wecker mitten in der Nacht und draussen war es noch stockdunkel. Einen Blick aufs Handy: 6:50. Die Zeit stimmte. Was war nur los. Also standen wir auf und bereiteten das Morgenessen vor. Als wir uns dann etwas über die merkwürdige Dunkelheit unterhielten ging uns plötzlich ein Licht auf. Es war der 11. März. Was wir bei eigenem Leibe erfahren hatten, war, dass in Amerika die Sommerzeit gut zwei Woche früher umgestellt wird als in Europa. Wir erlebten also ein Wechselbad der Zeiten. Vom Europa-Winter in den Amerika-Winter, von da an in den Amerika-Sommer, dann wieder zurück in den Europa-Winter und dann am 25. März definitiv in die Europa-Sommerzeit. Ziemlich verwirrend das Ganze, weshalb es auch mein merkwürdigster Moment der Saison ist.

 

Die Saison 2018 würde ich definitiv nicht vergessen wollen und ich danke allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr wünsche ich. Ginger, out.

Der aufregende Tag

Ludowig ist sieben. Seit ein paar Wochen ist er in der ersten Klasse. Seine Lieblingsfächer sind Mathematik und Deutsch. Was er aber noch viel lieber mag, ist sein Kickboard. Er rollt vor der Schule, in der Pause und die ganze restliche Zeit, die er nicht in der Schule sitzt. Auch Ludowigs Freunde fahren Kickboard. Manchmal veranstalten sie Wettbewerbe untereinander. Zum Beispiel, wer sein Kicki am schönsten schmückt, wer den famosesten Trick zeigt oder wer die Strecke die Quartierstrasse hinunter am schnellsten meistert. Ludowig mag diese Wettbewerbe. Das einzige Problem ist nur, dass Ludowig etwas schüchtern ist und er sich vor den älteren und grösseren Jungs fürchtet. Doch dafür gibt es eigentlich gar keinen Grund. Die Mädchen aus der Umgebung fliegen auf sein wunderschönes Kickboard und auch bei den Strassenrennen ist er oft vorne mit dabei.

 

Trotzdem ist Ludowig im Moment ganz wuselig, denn morgen findet die jährliche grosse Kick-Meisterschaft statt. Kinder aus der ganzen Stadt kommen in seine Strasse und messen sich untereinander, um herauszufinden wer der nächste Kickmeister wird. Obwohl Ludowig erst sieben ist, haben seine Eltern ihm erlaubt, sich für das grosse Turnier anzumelden. Darum ist er nun ganz nervös. Er hat seine geliebte Glücksunterhose schon seit einer Woche bereit gelegt. So nervös ist Ludowig.

 

Als ob der grosse Wettkampf nicht schon genug wäre, hat seine Lehrerin für morgen auch gerade noch den ersten Schultest angekündigt. Ludowig freut sich darauf, seiner Lehrerin zeigen zu können, wie gut er schon rechnen kann. Ein bisschen aufgeregt ist er aber doch. Wie kann er sich nur bestmöglich vorbereiten? Nun, er tut was er am besten kann: Kickboard fahren. Er schwingt sich auf seinen Kicki und rollt nochmals die Rennstrecke ab.

 

Ludowig kennt nach all seinen Übungsfahrten jeden Randstein und jeden Gulli. Trotzdem läuft an diesem Abend irgendwie alles schief. Noch bevor er überhaupt aufsteigt, bemerkt er sein erstes Missgeschick. Die übercoolen Disney Sticker, die er letztens an seinem Kicki angebracht hatte, stehen beim genauen Betrachten etwas schief und haben kleine Luftblasen eingeschlossen. „Wie konnte ich nur so schusselig sein?“, fragt sich Ludowig. Doch ändern kann er das nun nicht mehr. Wirklich beunruhigen tut ihn das aber nicht. Ludowig weiss: Egal ob sein Kickboard nun perfekt oder nur fastganz-perfekt ist, an seinem Fahren ändert ein schiefer Kleber nichts. Also beginnt er seine Renn-Hauptprobe nun halt mit seinem nicht ganz makellosen Flitzer. Ludowig schiesst los und knallt schon in der ersten Kurve in den Randstein. Zum Glück stürzt er nicht! Ab da läuft seine Fahrt gar nicht mehr. In der Zielgerade trifft sein Hinterrad so hart auf einen Gulli, dass er sich Sorgen macht, ob auch nichts kaputt ging. Aber Ludowig hat Glück und es ist weniger schlimm als er dachte. Nur ein kleiner Hick. „Was für ein Rotz“, denkt sich Ludowig. Er kann sich aber beruhigen und erinnert sich an ein Sprichwort, das er mal aufschnappte. Nach dem Regen scheint die Sonne. Die nächste Fahrt, das Rennen, wird besser. Mit diesem Gedanken geht Ludowig nach Hause und schläft schon bald darauf friedlich ein.

 

Am nächsten Morgen springt Ludowig ganz erregt aus dem Bett, zieht seine langersehnte Glücksunterhose an und hüpft in die Küche. Hastig isst er sein Müsli und rollt mit seinem Kickboard in die Schule. Eine ganze halbe Stunde zu früh ist Ludowig. Ganz ungeduldig wartet er darauf seine Lehrerin zu beeindrucken. Als es dann soweit ist, gelingt ihm das super und die Lehrerin zeichnet ihn sogar mit einem Zwinker-Smiley-Sticker aus. Darauf ist Ludowig mächtig stolz. Doch nun muss er sich beeilen. Er will seinen Kickboard Wettbewerb um keinen Fall verpassen. Ludowig rollt nach Hause, wo seine Mutter schon sein Powermenu gekocht hat: Spaghetti Cinque-Pi. Gestärkt macht er sich auf zum Rennen.

 

Obwohl Ludowig immer noch etwas schiss hat vor den älteren Jungs, steigt er selbstbewusst auf sein Kickboard. Ich kann das! Und los rollt er. Die älteren Jungs sind vielleicht etwas grösser und haben vielleicht etwas mehr Kraft, aber die Strecke kennt niemand so gut wie Ludowig. Das ist sein grosser Vorteil. Am Start wird er etwas abgehängt, weil die anderen ihre Kickis schneller antreiben. Aber nach und nach kann er aufholen und sogar überholen. Im Ziel ist Ludowig ganz erschöpft und zufrieden. Einige Kicki-Fahrer sind vor ihm, einige hinter ihm. Zwar kriegt er für seine Fahrt kein Zwinker-Smiley-Sticker, aber ganz für sich alleine in seinem Kopf verleiht er sich doch einen Preis. Es hat ihm Spass gemacht.

 

Ludowig ist nun ganz müde aber glücklich. Am anschliessenden Käferfest bleibt er nur kurz und geht nachher schlafen. In einem Traum durchlebt er den ganzen Tag nochmals. Die Aufregung, die Prüfung, das Rennen, die Zuschauer, die Schüler, die ihm für die Schülerzeitung ein paar Fragen gestellt haben und all die Freude, die er erlebt hat, ziehen an ihm vorbei. Das war ein guter Tag. Mit einem munteren Lächeln auf den Lippen gleitet er in den Tiefschlaf und man sieht ihm an, dass er sich schon jetzt auf das nächste Rennen freut…

 

 

 

 

How to qualify for World Champs!

Moooiinn Leute! Wie geht’s? In diesem Bericht zeige ich euch wie man sich für Kanu Wildwasser Weltmeisterschaften qualifiziert. Im Grunde besteht die Qualifikation aus drei Abschnitten. Erstens Fitness, zweitens Übung auf der Rennstrecke und drittens das Rennen selbst. Alle diese einzelnen Teile müsst ihr absolvieren, um euch für die Weltmeisterschaft zu selektionieren. Jetzt erkläre ich euch, was es mit den einzelnen Teilen auf sich hat:

1. Training

 Das Training bildet den zeitaufwendigsten Part der Qualifikation, daher müsst ihr auch früh damit beginnen. Ab September beginnt ihr mit dem Training. Für eine optimale Vorbereitung trainiert ihr etwa 15 Stunden in der Woche. Paddeln, Kraft, Joggen, Schwimmen, alles was man sich denken kann und irgendwie anstrengend ist. Das zieht ihr bis kurz vor den Selektionen durch. Im Laufe des Winters und Frühlings würzt ihr euer Training noch mit ein paar Trainingslagern, so zum Beispiel dem Trainingslager in Pusiano. Dort könnt ihr viele Paddelkilometer sammeln und enorme Fortschritte erzielen. Dieses Jahr hat es eigentlich die ganze Zeit geregnet, was die Trainingsfreude etwas gemindert hat, nicht aber die Teamstimmung. Wenn ihr das Lager Mitte April abgeschlossen habt, geht ihr in die zweite Phase über: dem Training auf der Rennstrecke.

2. Training auf der Rennstrecke

Flüsse sind wild und unberechenbar. Daher gilt es, sie zu sezieren und nur die schnellsten Strömungen zu verwenden. Das klappt am besten, wenn man den WM-Fluss zigtausende Male runterpaddelt. Was heisst das konkret? Wenn möglich nehmt ihr am Trainingswochenende der Nationalmannschaft teil. Während drei Tagen paddelt ihr von morgens bis abends den Fluss runter und probiert euch jeden Stein und jede Welle einzuprägen. Das macht Freude! Wenn ihr das geschafft habt und euch die Ideallinie schon in den Träumen verfolgt, seid ihr soweit. Das Qualirennen kann kommen!

3. Das Rennen

Genauer gesagt die Rennen. Denn wer sich qualifizieren will, muss aus vier Rennen, zweimal Sprint, zweimal Klassik, bei zweien eine gewisse Zeit unterbieten. Das Rennwochenende ist ziemlich anstrengend und baut auf eurem Grundlagentraining auf. Da ihr ja fleissig trainiert habt, ist das kein Problem für euch. Da es noch relativ früh im Jahr ist und ihr noch nicht so viele Sprints trainiert habt, laufen die Sprintrennen vielleicht noch nicht so geschmeidig. Das macht aber nichts, denn was noch nicht ist, kann noch werden. Besser läuft es euch wahrscheinlich im Klassik. Die verinnerlichte Ideallinie könnt ihr ziemlich gut realisieren und aufgrund eures Trainings könnt ihr euch einmal auf den 5. und einmal auf den 6. Rang befördern. Nicht schlecht im starken Feld aus deutscher und französischer Weltelite. In den Klassikrennen könnt ihr die für die Selektion benötigte Zeit unterbieten und empfehlt euch dadurch für eine Selektion. Gratuliere! Auf dem Weg zur WM kommt nun noch der letzte Schliff, so dass ihr Ende Mai euer Bestes zeigen könnt.

Sooo Leute! Jetzt wisst ihr wie ihr euch für Weltmeisterschaften qualifiziert und das Beste aus euch rausholt. Falls euch mein Bericht gefallen hat, gebt mir doch ein Daumen-hoch und abonnieren nicht vergessen. Also dann bis zum nächsten Mal und gut paddel!

We Are the Champions, my Friend, döm döm döm…

Dieser Song erklang letzten Mittwoch bei der Sportlerehrung der Stadt Luzern. Wie jedes Jahr bildet sie den endgültigen Abschluss meiner Saison und bietet Platz für einen Rückblick auf die schönsten Momente des vergangenen Jahres. Doch was waren überhaupt die Highlights, Lowlights, spannendsten und merkwürdigsten Erlebnisse meines Kanuabenteuers 2017? Ein kleiner Überblick…

Die Saison 2017 in Zahlen:

Trainingsstunden

588

Kanukilometer

2886

Geschätzte Anzahl Paddelschläge (Ansatz 50S/min) 1’764’000
Joggingkilometer, in Marathons

9.2

Anzahl Langlauftrainings

17

Anzahl Stürze in Langlauftrainings

1

Anzahl gebrochene Stöcke bei Stürzen in Langlauftrainings

1

Wochenenden investiert in Wettkämpfe/Trainingslager

38

Davon mit Freude investiert

38

Entschuldigte Absenzen der Schule, in Lektionen

243

Gefühlte Stunden im Kanubus auf der Autobahn

10’000

Davon in Webseitenberichte investierte Stunden (gefühlt)

5’000

Tatsächliche (nicht geschätzte) Durchschnittsdauer pro Bericht, in Stunden

3.5-4.5

Anzahl Weltmeistertitel

0

Anzahl Vizeweltmeistertitel

1

Anzahl Vizevizeweltmeistertitel

1

Anzahl 5. Plätze bei Junioren Europameisterschaften im K2

1

Sonstige Medaillen

21

Anzahl Mitglieder von Ginger&Friends

51

Anzahl gegessener Bratwürste am Ginger&Friends Sommerfest

46

Anzahl dankbarer Athleten die von Ginger&Friends profitieren

1

Anzahl von Ginger&Friends-Athleten gegessener Bratwürste am Sommerfest

4

Zufriedenheit mit der gesamten Saison von mir, in Prozent

100

 

Highlight der Saison

Es ist schwer, nur ein Highlight meiner Saison zu beziffern, aber ich habe mich entschieden. Es ist das Gefühl, an der Regatta EM, zusammen mit Maurus Pfalzgraf, extrem gute Rennen zu fahren, sich dafür völlig zu verausgaben und sich damit selbst zu übertreffen. Schon das Vorbereitungslager in Slowenien machte Freude, danach die optimal verlaufenen Vorläufe an der EM selbst, die uns überrascht haben, und schliesslich der perfekte Final, in dem wir sowieso nichts verlieren konnten – es war grandios. Der Erfolg in diesen Rennen, die ganze Stimmung bei den Kanuten aus ganz Europa und vor allem auch in unserem Team machen diese EM zu meinem persönlichen Highlight der Saison.

 

Lowlight der Saison

Ziemlich das einzige Mal in der Saison keine Lust zu paddeln hatte ich im Trainingslager in Italien eine Woche nach der WM. Trotz sehr coolem Wildwasser und tollen Leuten hätte ich eine Pause gebraucht vom ganzen Kanualltag und hätte lieber etwas anderes gemacht. Das Paddeln hing mir da richtig zum Hals raus. Aber nach einer so langen Saison wie dieses Jahr gehört das wohl dazu. Diese Unlust zum Paddeln macht für mich dieses Trainingslager zum Lowlight des Jahres.

 

Seltsamster / lustigster Moment der Saison

Nach langem Nachdenken habe ich den seltsamsten und gleichzeitig lustigsten Moment der Saison gefunden. Und zwar als wir im Trainingslager in Pusiano im verlassenen Gemeindesaal Pusianos, der komischerweise gerade eine Tür von unserem Aufenthaltsraum entfernt lag, eine katholische Messe nachgespielt haben. Stefan Scherrer als Pfarrer, Maurus Pfalzgraf als Ministrant und ich als Orgel. Klingt sehr verstörend, war es auch. Insgesamt aber sehr seltsam und vor allem lustig. Zum Glück gibt es keine Videos von diesem Schauspiel.

 

Ende Saison 17

Das war’s mit der Saison 17. Mir hat es total Spass gemacht, so viel zu paddeln und in der Welt herum zu fahren. Ich würde es nicht anders wollen. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die mich diese ganze Zeit unterstützt haben. Allen voran meiner Familie, die mich doch gar oft entbehren muss und mir aber immer zur Seite steht. Silvan Wyss, der mich 365 Tage im Jahr hetzt oder bremst paddeln zu gehen, was soviel heisst, dass er mir die Trainingspläne schreibt und dafür enorm viel Freizeit investiert. Auch meinen anderen TrainerInnen Annalena Kuttenberger, Kristin Amstutz, Lukas Bolliger, Joe Kunz, Marcel Eichenberger und Andreas Schori möchte ich für ihre tolle Arbeit danken. Weiter möchte ich mich bei der tollen Kanutruppe bedanken, mit der ich so viel Zeit verbringen darf und die immer für gute Laune sorgt. Dem Kanuclub Luzern will ich danke sagen, dass er mir eine tolle Trainingsmöglichkeit bietet und mich auch sonst grossartig unterstützt, finanziell und mit motivierenden Sprüchen der Mitglieder. Auch den Sponsoren der Nationalmannschaft und vor allem auch meinen persönlichen Sponsoren McDonalds Dierikon und der Wildstauden Gärtnerei gebührt grossen Dank. Der Stadt und dem Kanton Luzern danke ich auch herzlich für die finanzielle Unterstützung. Doch abschliessend will ich allen Ginger&Friends Mitgliedern danken, die mir die Saison enorm erleichtern und denen ich auch gerne von Zeit zu Zeit Postkarten schreibe.

Nun denke ich ist alles gesagt und ich kann mich getrost in den Winterschlaf begeben 😉 Also dann, auf Wiedersehen und bis zum nächsten Jahr. Ich freue mich!

 

 

An Tagen wie diesen…

Liebe Grosskinder, es ist schön euch alle beieinander zuhaben und eure glänzenden Augen zu betrachten. Wollt ihr eine Geschichte hören die ich, als ich jung war, am eigenen Leib erlebt habe? Es ist eine wundervolle Geschichte voller grandioser Momente und unglaublicher Vorkommnisse, an die sich euer Grossvater noch erinnern kann, als wäre es gestern gewesen. Nun will ich aber aufhören, euch auf die Folter zu spannen, und beginne zu erzählen.

Als junger Erwachsener, ich war gerade 18 geworden, hatte ich nur eines im Kopf: Kanufahren. Es war das Erste, an was ich dachte, wenn ich morgens aufstand, und das Letzte, das mir vor dem Einschlafen in den Sinn kam. Ich investierte meine ganze Zeit ins Paddeln und war jedes Wochenende an irgendwelchen Rennen. Nun will ich euch aber von einem ganz speziellen Rennen erzählen, nämlich der Junioren WM 2017 in Murau. Ein ganzes Jahr lang hat euer Grossvater jeden Tag auf dieses Rennen hintrainiert und nun war es da. Zusammen mit meinen besten und schnellsten Kanufreunden machten wir uns Ende Juli auf den Weg in das kleine österreichische Dörflein mit dem verrückten Bach Mur, den wir runterpaddelten. Dieser Fluss war uns schon bekannt, weil wir schon öfters auf ihm trainiert hatten und auch schon Wettkämpfe darauf gefahren waren. So reisten wir nur wenige Tage vor dem Beginn der WM an, weil wir genau wussten, was uns erwartete. Nur hatte das Wetter uns ein Schnippchen geschlagen und die ganze Mur mit braunem Regenwasser gefüllt, so dass man nur wenig Ähnlichkeit mit der uns bekannten Mur erkennen konnte. Ein bisschen verunsichert stellten wir uns den Wassermassen und versuchten uns zurechtzufinden. Just vor dem ersten Renntag, es war ein Mittwoch, zog sich das braune Nass aber wieder zurück und offenbarte uns den bekannten blauen Fluss. Der Start für die WM war freigegeben.

Ich weiss noch ganz genau, wie Jung Linus sich freute als er in sein Rennen startete, er fühlte sich pudelwohl in seinem Boot und hatte nur ein Ziel: Weltmeister werden. Wie heute die klassische Musik, lag mir damals die klassische Distanz. Je länger das Rennen, desto weniger spielen Glück und Pech eine Rolle und es kommt vor allem auf das geleistete Training an. Da spielte ich damals ganz vorne mit. Ich paddelte also selbstbewusst los und wusste, dass ich es schaffen konnte, mein Ziel zu erreichen. Das Rennen lief perfekt und ich konnte mich restlos verausgaben, so dass sich meine Teamkollegen im Ziel etwas Sorgen machten um mich, weil ich so bleich war und sie mich erst ein bisschen aufpäppeln mussten. Aber sei’s drum. Mit einem Vorsprung von 30 Sekunden auf den Zweitplatzierten schaffte ich es ins Ziel. Nun begann das vom letzten Jahr schon bekannte Zittern um die Medaillen, weil immer noch 11 Fahrer nach mir ins Ziel kamen. 10 waren langsamer, einer war der Schnellste. Ich war Vizeweltmeister! Ziemlich stolz, aber auch ein bisschen genervt über die 4 Sekunden, die mich vom Sieg distanzierten, beendete ich den Renntag. Melanie Mathys, meine schnellste Teamkollegin, schloss ihren Renntag noch ein Treppchen höher ab und wurde Weltmeisterin in der U23 Kategorie. Alle anderen Schweizer fuhren, obwohl nicht aufs Podest, doch sehr starke Rennen und die Stimmung im Team war fröhlich. Persönlich hatte ich aber noch eine Rechnung offen für den Sprint, der 2 Tage später stattfand.

Am nächsten Tag fanden die Klassik Teamrennen statt. Ich war auch am Start und zwar mit den zwei Solothurnern Robin Häfeli und Leano Meier. Wir waren definitiv Aussenseiter, überraschten aber die Kanuwelt mit einem starken 5. Platz, nur 3.5 Sekunden entfernt vom Podest. Das war für mich eine tolle Fahrt mit echtem Teamspirit. Fast noch besseren Teamspirit zeigten aber unsere Damen. Melanie Mathys, Flavia Zimmermann und Hannah Müller starteten in der U23 Kategorie und holten sich dank perfekter Vorbereitung und viel Teamgeist die Bronzemedaille. Sie schöpften im Rennen aus dem Vollen, bis sie im Ziel dann, völlig erschöpft, fast keine Luft mehr zum Jubeln hatten. Chapeau Girls!

Die Batterien noch halbwegs leer, startete am Freitag dann die Sprintquali über die ich jetzt gar nicht weiter erzählen möchte, weil wir diese so souverän bestritten: 8/12 Boote schafften es in die Finals und auf Grund der Teamrennen hatten alle Schweizer am Samstag noch etwas zu paddeln.

Samstag = Finaltag.

Mein Ziel = Weltmeister.

Ich = topmotiviert.

Schon damals wusste ich: Im Sprint kann alles passieren. Sekundenbruchteile entscheiden, ob man auf dem Podest landet oder eben nicht. Der Start meines Finallaufes lief perfekt. Mit schönem Zug überflog ich den flächeren Anfangsteil des Sprints und steuerte geradewegs auf die Schlüsselstelle zu. Platschplatsch, mich treffen zwei Wellen an den Körper und mein Boot springt auf und ab. Ich wurde zwar nicht stark gebremst, aber trotzdem kostete der kleine Patzer Zeit und ich kam als Zweitschnellster ins Ziel. Der Traum des Weltmeisters war ausgeträumt. Meine Fahrt erwies sich dann aber doch noch als ziemlich schnell und ich wurde grandioser Dritter. Es war nicht das Resultat, dass ich mir vorgenommen und erhofft hatte, und doch war ich zufrieden mit meinem Ergebnis. Auch sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis war Melanie Mathys, die sich wiederum zur Weltmeisterin krönen lassen durfte. Der Tag war aber nach dem Einzelrennen noch nicht vorbei, es standen immer noch der C2 und das Team bevor. Zusammen mit Benjamin Müller setzten wir den Kanadier in Fahrt und wurden gute Sechste. Auch im Team brachten wir nochmals ein tolles Rennen ins Ziel und durften uns über den sechsten Rang freuen. Ihren Erfolg vom Klassik konnten die Schweizer Mädels nochmals übertrumpfen und holten sich Silber. Das war ein Tag für die Schweiz!

Ach… Das war eine schöne Zeit… Ein lustiges Team, die lautesten Fans weit und breit, tolle Erfolge… Ich wünsche euch Kinder, dass ihr so was Ähnliches auch mal erleben dürft. Wenn ihr mich jetzt fragt, ob ich sehr traurig bin, dass ich nicht Weltmeister wurde, darf ich antworten: Überhaupt nicht! Am Ende zählt nicht, wer wen geschlagen hat oder wer wie viele Medaillen gewinnt. Es ist viel wichtiger Spass zu haben, bei dem was man tut, sich wohlzufühlen mit den Freunden, die einen umgeben und seine Zeit zu geniessen. Und genau das habe ich getan in dieser Woche Ende Juli im Jahr 2017. Danke  für die tolle Zeit und die Unterstützung, die ich erfahren durfte!

 

 

Ginger is going wild

Endlich ist es da! Was? Das erste Abfahrtsrennen der Saison dänk! Nach einer langen Flachwasserperiode versuchte ich mich am Wochenende des 20/21 Mai erstmals wieder an den Tücken und Freuden des Wildwassers und zwar auf der Moesa im Tessin, wo die diesjährige Klassik Schweizermeisterschaft stattfand. Ich wusste zwar, dass ich physisch gut vorbereitet bin, hatte aber trotzdem ein bisschen ein mulmiges Gefühl ob ich meine Wildwasserfähigkeiten nicht verlernt habe und fragte mich, wie ich zur internationalen Konkurrenz stehe, denn diese war zahlreich anzutreffen auf der Rennstrecke, so Athleten aus Italien, Frankreich und sogar aus den USA.

Meine Mulmigkeit war dann nach der ersten Fahrt auf dem interessanten Fluss schnell verflogen. Die Trainingsfahrten verliefen optimal und am Samstag Nachmittag startete dann das langersehnte Rennen. Mit schnellen Paddelzügen und einer fast fehlerfreien Linie brachte ich mit einer Zeit von 13’06 ein gutes Rennen ins Ziel. In diesem Moment wusste ich noch nicht was diese Zeit bedeutete, weil ich direkt wieder zum Start musste, um das Rennen noch im C2 mit Benjamin Müller zu bestreiten, das auch gut lief und uns Rang 2 hinter einem italienischen Boot bescherte. Zum zweiten Mal im Ziel erfahre ich dann die unglaubliche Nachricht: Mein Kajaklauf brachte mir nicht nur den Sieg in der Juniorenkategorie und den Schweizermeistertitel, sondern sogar den Gesamtsieg über alle Kategorien. Ich hatte die Tagesbestzeit! Ganze 3 Sekunden trennten mich von der zweitschnellsten Zeit vom Franzosen Marceau Faget. Das erste Mal in meiner Karriere bin ich der Allerschnellste!

Am Sonntag beim Sprintrennen verpasste ich den Tagessieg trotz des schnellsten ersten Laufes knapp und musste mich mit Platz 2 begnügen, was aber trotzdem den Sieg in der Juniorenkategorie bedeutete. Im C2 brachten wir zwei solide Läufe ins Ziel und wurden gute Dritte. Mein Teamkollege Fabio Gretener konnte sich nach seiner Niederlage gegen Banjamin Müller im C1 am Vortag nun aber gegenüber den anderen wieder behaupten und holte sich den Sieg im Sprint.

Ein absolut erfolgreiches Wochenende ging dann mit der Rangverkündigung zu Ende, bei der ich ganze Medaillensätze abholen durfte. Auch wenn hohe Konzentration herrschte während den Wettkämpfen wurde an den Abenden viel gelacht und geplaudert, darum bleibt mir das Wochenende auch zwischenmenschlich toll in Erinnerung. Was will man mehr, als umgeben sein von Freunden und paddeln? Ich freue mich auf das nächste Mal!

 

Weltcup Muota

 

Schon 2 Wochen nach den erfolgreichen Rennen auf der Moesa bekam ich die Chance mich im, mit vielen Spitzenathleten besetzten, Teilnehmerfeld des Weltcups auf der Muota zu beweisen. Die Rennen auf der Muota sind Teil der Weltcupserie und stellen den ersten Kanugrossanlass in der Schweiz nach längerer Zeit dar. Unser „Heimbach“ Muota stellt eine grosse Challenge für uns Athleten dar, einerseits weil die schwierige Strecke viel Wildwasserkönnen verlangt und andererseits weil es super anstrengend ist auf dem schnellen Wasser zu paddeln. Nichtsdestotrotz nahmen wir die Herausforderung an und reisten am 1. Juni ins Muotathal um dem Bach zu zeigen „wo de bartli de moscht holt“…

Von Mittwoch bis Freitag war dann trainieren angesagt, was heisst die schnellste Linie zu suchen, die besten Paddelschläge zu setzen, die Strecke auswendig zu lernen und allgemein perfekt vorbereitet zu sein für den Wettkampf. Dies gelang unserem eher jungen Team bravourös und wir fühlten uns alle gut vorbereitet, sodass wir am Samstag beim Klassikrennen aus dem Vollen schöpfen konnten.

Den Wettkampf eröffnete die Frauenkategorie, wobei die Schweizerinnen überaus erfolgreich abschnitten. Die Solothurnerin Melanie Mathys holte sich souverän die Goldmedaille, das Nidwaldner Nachwuchstalent Hannah Müller überraschte alle und erreichte den 3. Rang und Flavia Zimmermann paddelte auf den sehr guten 5. Platz. Die internationale Konkurrenz war beeindruckt! Fabio Gretener lief es nicht ganz optimal, trotzdem konnte er das Rennen auf dem 14. Platz abschliessen. Als nächstes war ich gefordert. Vor dem Start fühlte ich mich sehr wohl und war total fokussiert. Ich startete gut und konnte den oberen Streckenteil sehr zügig bewältigen. Mein Boot pflügte sich optimal durch die Wellen bis hin zur Schlüsselstelle rund um den Muotastein wo ich auf einer Welle mein Boot nicht genug drehen konnte, sodass ich frontal in eine Walze fuhr und abrupt gestoppt wurde. Trotz dieses kleinen Missgeschicks erreichte ich das Ziel als momentan Schnellsten, was für nervenaufreibendes Warten sorgte, weil sich noch beinahe 40 Athleten auf der Strecke befanden. Das Warten schlug immer mehr in euphorisches Hoffen um und wurde schlussendlich zu ausgiebigem Feiern. Ich konnte den Grossteil der Topathleten unterbieten und fuhr auf den famosen 5. Rang, was für mich das beste Resultat in meiner bisherigen Karriere darstellt. Zudem habe ich mich so nah an der Weltspitze platziert, wie kein Schweizer zuvor an einem Weltcup. Ein voller Erfolg!!! Ein wahrer Wundertag für das Schweizer Team!

Am Sonntag fanden die Sprintrennen statt wobei die Muota, durch starke Regenfälle bereichert, fast doppelt so viel Wasser führte wie am Tag zuvor, was die Strecke völlig veränderte und sehr viel Anpassungsfähigkeit und Wildwassererfahrung erfordert. Die neuen Bedingungen wirkten sich auch auf die Schweizer Resultate aus, so musste sich Melanie Mathys mit Silber „begnügen“, Flavia Zimmermann konnte sich bravourös auf dem 5. Platz halten und Hannah Müller gesellte sich unglücklich zu den Fischen und konnte das Podest nicht mehr erreichen. Ich selbst hatte einen miesen ersten Lauf mit einer Ehrenrunde was mir die Direktqualifikation unerreichbar machte. Obwohl der zweite Lauf besser, aber trotzdem mit einigen Fehlern bestückt war, schaffte ich es nicht unter die Topten und so blieb mir eine Finalteilnahme verwehrt. Somit war der Weltcup für mich Geschichte.

Trotz des nicht optimal verlaufenen Sonntags, war es ein überaus erfolgreicher Weltcupauftakt für mich, was mich in den kommenden Jahren auf gute Resultate hoffen lässt. Sehr stolz bin ich aber vorallem auf die ganze Schweizer Teamleistung, weil jeder im Team sein Bestes gegeben hat und alle auch wenn zum Teil nicht grosse Resultate, grosse Fortschritte gemacht haben. So macht es Spass!!!

Wintercup 1 Solothurn: Duell um den Tagessieg

Am ersten Rennen der Wintercup-Serie in Solothurn kam es am 26. November 2016 zu einem packenden Duell um den Tagessieg bei den Kajaks: Der Solothurner U-23-Fahrer Nico Meier wechselte sich mit mir an der Spitze des Rennens ab – schliesslich war gegen ihn aber kein Kraut gewachsen. Nico konnte mit einem Vorsprung von rund 10 Sekunden  den Tagessieg bei den Kajaks einfahren (31:33.24), ich landete als bester Junior auf dem zweiten Platz (31:43.00).

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