Die Saison 2020 in Zahlen

Anzahl fieser Viren 20201
Freie Wochenenden 2020 aufgrund des fiesen Virus27
Freie Wochenenden 201911
  
Durchschnittliche Distanz pro Training 2020 in kmCa. 11
Grösste in einem Training gefahrene Distanz 2020, in km162
Durchschnittliche Dauer eines Trainings 2020, in Minuten75
Längstes Training 2020, in Minuten946
  
Anzahl Wochen in Florida im Trainingslager verbracht7
Gefühlte Zustimmung für Trump in Florida im Februar, in Prozent90
Stimmanteil für Trump in Florida, in Prozent  51.2
  
Schwierigster gefahrener Bach dieses Jahr auf einer Skala von 1-64
Höchster Wasserfall auf diesem Bach, in Meter3-4
Anzahl von mir gefahrener Wasserfälle bis dahin1
Schiss in der Hose bevor dem Befahren1
  
Reisedauer für ein Training im nationalen Leistungszentrum Rapperswil 2019, in Minuten120
Reisedauer für ein Training im nationalen Leistungszentrum Rapperswil 2020, in Minuten7
  
Internationale Rennen 20201
Nationale Rennen 20204
Anzahl Schweizermeistertitel 20204
Stolz auf den erstmals gewonnenen 5000m Schweizermeistertitel auf einer Skala von 1-1010
  
Zufriedenheit mit der Saison, in Prozent404 Error: Saison nicht gefunden!

Highlight der Saison: Das Wochenende der Extremen

Trotz aller Absagen, Verschiebungen und anderen Unannehmlichkeiten, akzeptierte ich die Dinge wie sie sind und genoss das Jahr. Auf Grund all der freien Wochenenden, die ich plötzlich hatte, kommt mein Jahreshighlight ausnahmsweise auch nicht aus meinen Hauptdisziplinen Regatta oder Abfahrt. Das Highlight meiner Saison war das Wochenende der Extremen. An diesem Wochenende herrschten spezielle Wetterbedingungen, die die optimale Grundlage für die Kanudisziplinen Surfski und Wildwasserkajak boten. Am Freitag bliess ein starker Fön und es bildeten sich dadurch grosse Wellenberge, die sich mit dem langen Surfskiboot perfekt surfen lassen. Auf dem Vierwaldstättermeer surften wir von Flüelen bis nach Beckenried. Ein riesen Spass! In der Nacht auf Samstag schlug das Wetter um und es regnete in Strömen. Die Pegel unserer Lieblingsbäche stiegen immer weiter und wir planten das Hochwasser am Samstagmorgen auszunützen und auf die Reuss zu gehen. Am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass die Pegel so stark gestiegen sind, dass die Reuss die Autobahn A2 überschwemmte und wir daher nur schon rein logistisch unseren Plan verwerfen mussten. Wir entschieden uns für die kleine Emme als Alternativbach. Auch die Emme hatte mächtig Wasser und das Paddeln machte richtig Spass. Plötzlich wählte ich jedoch die falsche Linie und steckte in einer riesigen Walze fest. Eine Walze kannst du dir wie eine gebrochene Welle im Meer vorstellen (weiss und ganz viel Gischt und so), nur dass sie mitten in einem Fluss steht und nicht kleiner wird, so wie die Welle im Meer, wenn sie auf den Strand zurollt. Aus dieser Walze jedenfalls gab es kein Entkommen und ich musste mich aus meinem Kajak befreien und im reissenden Wasser ans Ufer schwimmen. Obwohl das ganze sehr unangenehm und etwas beängstigend war, bekam ich an meinem eigenen Leib wieder einmal mit, mit welchen Kräften wir Kanuten uns anlegen. Die eindrucksvolle Stärke des Windes und des Wassers bilden dieses Jahr mein Highlight der Saison.

Weitere Highlights sind die tolle Zeit im Trainingslager in Florida und der Kanu-Ultramarathon von Buochs nach Basel.

Lowlight der Saison: Abgesagte U23 EM Solkan

Schuld an meinem Lowlight war wie bei vielen anderen Leuten wahrscheinlich auch, das grosse C. Nach dem bereits unser Amerikaabenteuer durch die Absage der Elite WM ein vorzeitiges Ende nahm, stand im Mai auch zur Diskussion, ob die U23 EM durchgeführt werden sollte. Der internationale Kanuverband beschloss schliesslich dass die EM vom August in den November verschoben werden sollte. Im Mai machte das völlig Sinn. Wir freuten uns, dass sie nicht ganz abgesagt wurde. Als im August die Fallzahlen so tief waren ärgerte ich mich dann, dass die EM nicht doch jetzt stattfand, sondern wir uns im November den ***** abfrieren müssen werden. Als dann die Fallzahlen im September wieder zu steigen begannen, wurde ich immer weniger zuversichtlich, dass die EM stattfinden würde. Ich hatte den Wettkampf schon abgeschrieben, doch nun im Oktober kam die EM immer näher und andere Sportevents fanden trotz der erhöhten Zahlen statt. Zwei Wochen vorher war ich dann wieder zuversichtlich und motiviert. Kurz nach unserem letzten Vorbereitungsevent im Nationalkader wenige Tage vor unserer Abreise kam dann die Hiobsbotschaft und der Wettkampf wurde endgültig abgesagt. Das Hin und Her zehrte an den Nerven und ermüdete mich dieses Jahr am meisten.

Lustigster Moment: Championski Svizarski Schanzski Spronzski

Der lustigste Moment dieses Jahres geschah in Tschechien an meinem einzigen internationalen Rennen. Das Abfahrtsrennen fand auf einem künstlichen Kanal statt. Dieser Kanal hat im Fluss und am Ufer Plastikelemente, die Wellen, Walzen, Strömungen und Kehrwasser erzeugen, wenn Wasser von ihnen abgelenkt wird. Ich schaffte es zwar mit meinen Sprintläufen ins Finale, konnte mich jedoch nicht wirklich mit dem künstlichen Fluss des Kanals anfreunden. Beinahe jede Fahrt kam ich mit einem solchen Plastikelement ins Gehege. Ob Touchieren, direkt reinfahren oder drüber springen, irgendwie zogen mich diese Elemente fast magisch an. Zwar gewann ich das Rennen nicht, mein Trainer verlieh mir aber den (mit tschechischem Akzent ausgesprochenen) Ehrentitel „Championski Svizarski Schanzski Spronzski“, was mich ausserordentlich ehrte.

Insgesamt blicke ich aber auf ein gutes und in einem gewissen Sinn sehr entspanntes Jahr zurück. Die grösste Änderung im 2020 ist für mich wohl, dass ich nun in Rapperswil wohne und so noch näher beim Nationalen Leistungszentrum bin. So habe ich die besten Voraussetzungen im neuen Jahr voll durchzustarten und mich nach dieser langen Trainingsphase wieder in Wettkämpfen zu beweisen. Ich freue mich drauf!