We Are the Champions, my Friend, döm döm döm…

Dieser Song erklang letzten Mittwoch bei der Sportlerehrung der Stadt Luzern. Wie jedes Jahr bildet sie den endgültigen Abschluss meiner Saison und bietet Platz für einen Rückblick auf die schönsten Momente des vergangenen Jahres. Doch was waren überhaupt die Highlights, Lowlights, spannendsten und merkwürdigsten Erlebnisse meines Kanuabenteuers 2017? Ein kleiner Überblick…

Die Saison 2017 in Zahlen:

Trainingsstunden

588

Kanukilometer

2886

Geschätzte Anzahl Paddelschläge (Ansatz 50S/min) 1’764’000
Joggingkilometer, in Marathons

9.2

Anzahl Langlauftrainings

17

Anzahl Stürze in Langlauftrainings

1

Anzahl gebrochene Stöcke bei Stürzen in Langlauftrainings

1

Wochenenden investiert in Wettkämpfe/Trainingslager

38

Davon mit Freude investiert

38

Entschuldigte Absenzen der Schule, in Lektionen

243

Gefühlte Stunden im Kanubus auf der Autobahn

10’000

Davon in Webseitenberichte investierte Stunden (gefühlt)

5’000

Tatsächliche (nicht geschätzte) Durchschnittsdauer pro Bericht, in Stunden

3.5-4.5

Anzahl Weltmeistertitel

0

Anzahl Vizeweltmeistertitel

1

Anzahl Vizevizeweltmeistertitel

1

Anzahl 5. Plätze bei Junioren Europameisterschaften im K2

1

Sonstige Medaillen

21

Anzahl Mitglieder von Ginger&Friends

51

Anzahl gegessener Bratwürste am Ginger&Friends Sommerfest

46

Anzahl dankbarer Athleten die von Ginger&Friends profitieren

1

Anzahl von Ginger&Friends-Athleten gegessener Bratwürste am Sommerfest

4

Zufriedenheit mit der gesamten Saison von mir, in Prozent

100

 

Highlight der Saison

Es ist schwer, nur ein Highlight meiner Saison zu beziffern, aber ich habe mich entschieden. Es ist das Gefühl, an der Regatta EM, zusammen mit Maurus Pfalzgraf, extrem gute Rennen zu fahren, sich dafür völlig zu verausgaben und sich damit selbst zu übertreffen. Schon das Vorbereitungslager in Slowenien machte Freude, danach die optimal verlaufenen Vorläufe an der EM selbst, die uns überrascht haben, und schliesslich der perfekte Final, in dem wir sowieso nichts verlieren konnten – es war grandios. Der Erfolg in diesen Rennen, die ganze Stimmung bei den Kanuten aus ganz Europa und vor allem auch in unserem Team machen diese EM zu meinem persönlichen Highlight der Saison.

 

Lowlight der Saison

Ziemlich das einzige Mal in der Saison keine Lust zu paddeln hatte ich im Trainingslager in Italien eine Woche nach der WM. Trotz sehr coolem Wildwasser und tollen Leuten hätte ich eine Pause gebraucht vom ganzen Kanualltag und hätte lieber etwas anderes gemacht. Das Paddeln hing mir da richtig zum Hals raus. Aber nach einer so langen Saison wie dieses Jahr gehört das wohl dazu. Diese Unlust zum Paddeln macht für mich dieses Trainingslager zum Lowlight des Jahres.

 

Seltsamster / lustigster Moment der Saison

Nach langem Nachdenken habe ich den seltsamsten und gleichzeitig lustigsten Moment der Saison gefunden. Und zwar als wir im Trainingslager in Pusiano im verlassenen Gemeindesaal Pusianos, der komischerweise gerade eine Tür von unserem Aufenthaltsraum entfernt lag, eine katholische Messe nachgespielt haben. Stefan Scherrer als Pfarrer, Maurus Pfalzgraf als Ministrant und ich als Orgel. Klingt sehr verstörend, war es auch. Insgesamt aber sehr seltsam und vor allem lustig. Zum Glück gibt es keine Videos von diesem Schauspiel.

 

Ende Saison 17

Das war’s mit der Saison 17. Mir hat es total Spass gemacht, so viel zu paddeln und in der Welt herum zu fahren. Ich würde es nicht anders wollen. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die mich diese ganze Zeit unterstützt haben. Allen voran meiner Familie, die mich doch gar oft entbehren muss und mir aber immer zur Seite steht. Silvan Wyss, der mich 365 Tage im Jahr hetzt oder bremst paddeln zu gehen, was soviel heisst, dass er mir die Trainingspläne schreibt und dafür enorm viel Freizeit investiert. Auch meinen anderen TrainerInnen Annalena Kuttenberger, Kristin Amstutz, Lukas Bolliger, Joe Kunz, Marcel Eichenberger und Andreas Schori möchte ich für ihre tolle Arbeit danken. Weiter möchte ich mich bei der tollen Kanutruppe bedanken, mit der ich so viel Zeit verbringen darf und die immer für gute Laune sorgt. Dem Kanuclub Luzern will ich danke sagen, dass er mir eine tolle Trainingsmöglichkeit bietet und mich auch sonst grossartig unterstützt, finanziell und mit motivierenden Sprüchen der Mitglieder. Auch den Sponsoren der Nationalmannschaft und vor allem auch meinen persönlichen Sponsoren McDonalds Dierikon und der Wildstauden Gärtnerei gebührt grossen Dank. Der Stadt und dem Kanton Luzern danke ich auch herzlich für die finanzielle Unterstützung. Doch abschliessend will ich allen Ginger&Friends Mitgliedern danken, die mir die Saison enorm erleichtern und denen ich auch gerne von Zeit zu Zeit Postkarten schreibe.

Nun denke ich ist alles gesagt und ich kann mich getrost in den Winterschlaf begeben 😉 Also dann, auf Wiedersehen und bis zum nächsten Jahr. Ich freue mich!

 

 

Clubhaus am See

Etwa so lief es ab als wir Mitglieder des Kanuclub Luzerns uns dazu entschieden haben, ein neues Clubhaus zu bauen. Aufgrund der vielen Neumitglieder und den doch schon etwas in die Jahre gekommenen Baracken, die jetzt unser Clubhaus sind, schritten wir zur Tat und machten uns stark für den Neubau. Zweckmässig und modern soll er sein. Am Boden geblieben, aber doch mit Ästhetik. Bereits seit mehr als zwei Jahren arbeiten wir nun am Vorprojekt und nun ist es soweit, die Pläne stehen.

Was man in der Theorie beherrscht, will man in der Praxis umsetzen! Also los! Doch niemand baut ein ganzes Haus alleine. Darum sind wir auf deine Unterstützung angewiesen. Hilf mit, die Kanujugend von morgen zu fördern und ihr eine optimale Basis für ihre Entwicklung zu schaffen. Denk daran, sie werden einmal deine Rente zahlen, also ist es nur fair, ihnen etwas vorzuschiessen 😉 Aber auch für Erwachsene bietet das neue Clubhaus die Möglichkeit, noch schönere Kanumomente zu erleben als bisher. Vielleicht zieht es ja sogar dich einmal in den Kanuclub Luzern und du bist froh wenn du dein Boot nicht zuhause im Kleiderschrank lagern musst 😉

Natürlich bist du nun ganz angefressen von dieser Idee und willst mehr erfahren. Das kannst du auch! Und zwar unter clubhausamsee.ch wo du auch direkt deine Spende abgeben kannst 😉 Na dann, bis bald im neuen Clubhaus am See.

An Tagen wie diesen…

Liebe Grosskinder, es ist schön euch alle beieinander zuhaben und eure glänzenden Augen zu betrachten. Wollt ihr eine Geschichte hören die ich, als ich jung war, am eigenen Leib erlebt habe? Es ist eine wundervolle Geschichte voller grandioser Momente und unglaublicher Vorkommnisse, an die sich euer Grossvater noch erinnern kann, als wäre es gestern gewesen. Nun will ich aber aufhören, euch auf die Folter zu spannen, und beginne zu erzählen.

Als junger Erwachsener, ich war gerade 18 geworden, hatte ich nur eines im Kopf: Kanufahren. Es war das Erste, an was ich dachte, wenn ich morgens aufstand, und das Letzte, das mir vor dem Einschlafen in den Sinn kam. Ich investierte meine ganze Zeit ins Paddeln und war jedes Wochenende an irgendwelchen Rennen. Nun will ich euch aber von einem ganz speziellen Rennen erzählen, nämlich der Junioren WM 2017 in Murau. Ein ganzes Jahr lang hat euer Grossvater jeden Tag auf dieses Rennen hintrainiert und nun war es da. Zusammen mit meinen besten und schnellsten Kanufreunden machten wir uns Ende Juli auf den Weg in das kleine österreichische Dörflein mit dem verrückten Bach Mur, den wir runterpaddelten. Dieser Fluss war uns schon bekannt, weil wir schon öfters auf ihm trainiert hatten und auch schon Wettkämpfe darauf gefahren waren. So reisten wir nur wenige Tage vor dem Beginn der WM an, weil wir genau wussten, was uns erwartete. Nur hatte das Wetter uns ein Schnippchen geschlagen und die ganze Mur mit braunem Regenwasser gefüllt, so dass man nur wenig Ähnlichkeit mit der uns bekannten Mur erkennen konnte. Ein bisschen verunsichert stellten wir uns den Wassermassen und versuchten uns zurechtzufinden. Just vor dem ersten Renntag, es war ein Mittwoch, zog sich das braune Nass aber wieder zurück und offenbarte uns den bekannten blauen Fluss. Der Start für die WM war freigegeben.

Ich weiss noch ganz genau, wie Jung Linus sich freute als er in sein Rennen startete, er fühlte sich pudelwohl in seinem Boot und hatte nur ein Ziel: Weltmeister werden. Wie heute die klassische Musik, lag mir damals die klassische Distanz. Je länger das Rennen, desto weniger spielen Glück und Pech eine Rolle und es kommt vor allem auf das geleistete Training an. Da spielte ich damals ganz vorne mit. Ich paddelte also selbstbewusst los und wusste, dass ich es schaffen konnte, mein Ziel zu erreichen. Das Rennen lief perfekt und ich konnte mich restlos verausgaben, so dass sich meine Teamkollegen im Ziel etwas Sorgen machten um mich, weil ich so bleich war und sie mich erst ein bisschen aufpäppeln mussten. Aber sei’s drum. Mit einem Vorsprung von 30 Sekunden auf den Zweitplatzierten schaffte ich es ins Ziel. Nun begann das vom letzten Jahr schon bekannte Zittern um die Medaillen, weil immer noch 11 Fahrer nach mir ins Ziel kamen. 10 waren langsamer, einer war der Schnellste. Ich war Vizeweltmeister! Ziemlich stolz, aber auch ein bisschen genervt über die 4 Sekunden, die mich vom Sieg distanzierten, beendete ich den Renntag. Melanie Mathys, meine schnellste Teamkollegin, schloss ihren Renntag noch ein Treppchen höher ab und wurde Weltmeisterin in der U23 Kategorie. Alle anderen Schweizer fuhren, obwohl nicht aufs Podest, doch sehr starke Rennen und die Stimmung im Team war fröhlich. Persönlich hatte ich aber noch eine Rechnung offen für den Sprint, der 2 Tage später stattfand.

Am nächsten Tag fanden die Klassik Teamrennen statt. Ich war auch am Start und zwar mit den zwei Solothurnern Robin Häfeli und Leano Meier. Wir waren definitiv Aussenseiter, überraschten aber die Kanuwelt mit einem starken 5. Platz, nur 3.5 Sekunden entfernt vom Podest. Das war für mich eine tolle Fahrt mit echtem Teamspirit. Fast noch besseren Teamspirit zeigten aber unsere Damen. Melanie Mathys, Flavia Zimmermann und Hannah Müller starteten in der U23 Kategorie und holten sich dank perfekter Vorbereitung und viel Teamgeist die Bronzemedaille. Sie schöpften im Rennen aus dem Vollen, bis sie im Ziel dann, völlig erschöpft, fast keine Luft mehr zum Jubeln hatten. Chapeau Girls!

Die Batterien noch halbwegs leer, startete am Freitag dann die Sprintquali über die ich jetzt gar nicht weiter erzählen möchte, weil wir diese so souverän bestritten: 8/12 Boote schafften es in die Finals und auf Grund der Teamrennen hatten alle Schweizer am Samstag noch etwas zu paddeln.

Samstag = Finaltag.

Mein Ziel = Weltmeister.

Ich = topmotiviert.

Schon damals wusste ich: Im Sprint kann alles passieren. Sekundenbruchteile entscheiden, ob man auf dem Podest landet oder eben nicht. Der Start meines Finallaufes lief perfekt. Mit schönem Zug überflog ich den flächeren Anfangsteil des Sprints und steuerte geradewegs auf die Schlüsselstelle zu. Platschplatsch, mich treffen zwei Wellen an den Körper und mein Boot springt auf und ab. Ich wurde zwar nicht stark gebremst, aber trotzdem kostete der kleine Patzer Zeit und ich kam als Zweitschnellster ins Ziel. Der Traum des Weltmeisters war ausgeträumt. Meine Fahrt erwies sich dann aber doch noch als ziemlich schnell und ich wurde grandioser Dritter. Es war nicht das Resultat, dass ich mir vorgenommen und erhofft hatte, und doch war ich zufrieden mit meinem Ergebnis. Auch sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis war Melanie Mathys, die sich wiederum zur Weltmeisterin krönen lassen durfte. Der Tag war aber nach dem Einzelrennen noch nicht vorbei, es standen immer noch der C2 und das Team bevor. Zusammen mit Benjamin Müller setzten wir den Kanadier in Fahrt und wurden gute Sechste. Auch im Team brachten wir nochmals ein tolles Rennen ins Ziel und durften uns über den sechsten Rang freuen. Ihren Erfolg vom Klassik konnten die Schweizer Mädels nochmals übertrumpfen und holten sich Silber. Das war ein Tag für die Schweiz!

Ach… Das war eine schöne Zeit… Ein lustiges Team, die lautesten Fans weit und breit, tolle Erfolge… Ich wünsche euch Kinder, dass ihr so was Ähnliches auch mal erleben dürft. Wenn ihr mich jetzt fragt, ob ich sehr traurig bin, dass ich nicht Weltmeister wurde, darf ich antworten: Überhaupt nicht! Am Ende zählt nicht, wer wen geschlagen hat oder wer wie viele Medaillen gewinnt. Es ist viel wichtiger Spass zu haben, bei dem was man tut, sich wohlzufühlen mit den Freunden, die einen umgeben und seine Zeit zu geniessen. Und genau das habe ich getan in dieser Woche Ende Juli im Jahr 2017. Danke  für die tolle Zeit und die Unterstützung, die ich erfahren durfte!

 

 

Auf den 5. Platz geflitzt

Olee OleOle Oleee, OOlee, OOleeheehee. Wir sind das fünftschnellste Boot in Europa!!! Judihuiiii!!

Aber zuerst mal ganz von vorne…

Um uns perfekt auf die EM vorbereiten zu können, reisten Maurus Pfalzgraf, mein Steuermann und K2 Partner, und ich am 5. Juni in Begleitung unseres Trainers Andreas Schori nach Bohinj, einem idyllischen Bergdorf in Slowenien. Dieses Dorf befindet sich direkt an einem kleinen See, der wie geschaffen ist fürs Regattatraining. Zusammen mit dem slowenischen Team durften wir nun während zwei Wochen mit unseren Booten das spiegelglatte Wasser spalten und unsere Runden drehen. Der Fokus lag dabei einerseits darauf, körperlich fit zu werden und andererseits, im Zweier zu harmonieren und die letzten Dissonanzen auszumerzen. Dies gelang uns je länger je besser, so dass wir beim Abschlusstest über 1000m eine neue persönliche Bestzeit herausfahren konnten, obwohl wir schon ziemlich ermüdet waren vom Training der vergangenen Wochen. Fünf Tage vor Wettkampfbeginn war aber nochmals Zeit zum Relaxen, bevor dann direkt vor dem Wettkampf die nun lockeren Muskeln wieder mit ein paar Sprints angeregt wurden. So verschafften wir uns bei einer kleinen SUP Tour, einem Sprung in den See oder beim Kartenspiel die nötige Entspannung und Abwechslung. Doch damit mussten wir uns auch schon wieder von unserer gemütlichen Unterkunft und dem Wundersee verabschieden, denn am 19. Juni fuhren wir nach Belgrad, wo es dann schon langsam ernst galt. Dort stiessen wir nun auch auf den Rest des Schweizer Teams, der sich in Rapperswil auf die EM vorbereitet hatte. Bei der Eröffnungsfeier am Mittwochabend wurde der Beginn der EM eingeläutet und wir erwarteten gespannt die Wettkämpfe…

Gestartet wurde der Wettkampftag jeweils mit einer eindrücklichen Busfahrt vom Hotel zur Regattastrecke mitten durch Belgrad. Wenn man so durch die Strassen Belgards fuhr wusste man: Jetzt kann man nicht mehr zurück, aber auch: Jetzt geht’s richtig los! Ein spezielles Gefühl, das durch Aufregung, Vorfreude und einer Prise Nervosität bestimmt wurde. Am Donnerstag starteten die ersten Wettkämpfe und wir starteten mit. So legten wir die 1000m im Vorlauf mit einem guten Gefühl zurück und konnten uns ohne grössere Probleme für den Halbfinal qualifizieren. Nach dieser geglückten Fahrt beruhigten sich die angespannten Nerven und eine gewisse Lockerheit zog ein. Brisanter wurde das ganze Geschehen am Nachmittag beim Vorlauf über 500m. Weil 500m nicht unsere Lieblingsdistanz ist, rechneten wir mit einem Platz zwischen 4-7 im Vorlauf, was aber immer noch für den Halbfinal reichen würde. Bei dieser Qualifikationsform qualifiziert sich das erste Boot direkt für den Final und die Boote 2-7 für das Semi. Anyway, wir erwischten einen guten Start und waren von Anfang an vorne dabei. Etwa auf gleicher Höhe mit einem italienischen Boot überquerten wir die Ziellinie. Erst nach der Begutachtung des Photofinishs war klar, dass die Italiener vier Hundertstel schneller waren und uns damit auf den Umweg über das Semi schickten. Trotzdem waren wir extrem zufrieden mit dem Rennen und hofften, dass das Glück nächstes Mal auf unserer Seite steht.

Kaum zu glauben, aber so war es denn auch am Freitag. Die Halbfinals standen auf dem Programm. Über 1000m mussten wir einer starken Konkurrenz paroli bieten und eine A-Finalteilnahme wurde zu einer grossen Herausforderung. Da nur die ersten drei Boote in den Endlauf kommen, musste jeder unserer Schläge passen und es durfte kein Häuchlein Energie nach dem Rennen unverbraucht bleiben. Dies gelang uns soweit gut, nur überquerten wir auf dem dritten Platz die Ziellinie wieder genau auf gleicher Höhe wie ein anderes Boot. Lange mussten wir zittern bis die frohe Nachricht uns erreichte: Wir qualifizierten uns für das A-Finale. Mit nur sieben Hundertstel Vorsprung auf Platz 4 hat unser Glück die Rechnung vom Vortag definitiv beglichen. Beim 500m Halbfinale blieb uns dann aber der Zutritt zum Endlauf verwehrt und wir mussten uns mit dem B-Finale begnügen.

Am Freitag war für den Grossteil unseres Teams die EM auch schon wieder Geschichte. Die Schweizer Frauen K2 wurden ein wenig vom Pech verfolgt und verpassten die Finalläufe jeweils äusserst knapp. Auch der K4 konnte sich nicht weiter qualifizieren und so hatten diese Boote ihre EM-Endstation erreicht.

Samstag ist Finaltag! Für Maurus und mich ein grosser Tag! Seit langem hatte kein Schweizer Junioren K2 mehr ein EM A-Finale erreicht und wir wollten noch einen drauf setzen. Das Aufwärmen lief optimal. Obwohl die Belastung vom Vortag zu spüren war, fühlten wir uns fit. Am Start konnte ich das Verschwinden des Startschuhs kaum mehr erwarten und als es dann soweit war, gab ich alles. Wir schossen los und waren zwischenzeitlich sogar auf Rang 3, wurden dann aber im Endspurt noch abgehängt und erreichten den phänomenalen 5. Rang. Ein riesen Erfolg für uns!

Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, übertrafen wir deutlich und konnten uns gegen viele Topnationen durchsetzen.

Nun blieb nur noch das B-Finale am Sonntag, wo wir nichts mehr zu verlieren hatten. Mit einem Wunderstart flitzten wir los und hängten zu unserem Erstaunen schon auf den ersten 100m alle anderen Boote ab und führten unser Rennen souverän ins Ziel. Mit dem 1. Platz im B-Finale war das Tüpfchen auf dem i gesetzt und die Sahne auf den Keks gesprüht, alles war perfekt. Zur Feier des Tages frühstückten Maurus und ich noch ein zweites Mal und probierten uns am Nachmittag nach dem Rennen noch im Wasserskifahren, was äusserst Spass machte. Abgerundet wurde dann der Tag mit der Abschlussparty, die wir uns sicherlich verdient hatten.

Wenn ich mich jetzt daran zurückerinnere, war die ganze EM und auch die Vorbereitung ein wahnsinnig tolles Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken und glücklichen Momenten. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist zu sehen, wie viele kanufahrende Länder Europa hat (38), dass man sich vor jedem Start ausweisen musste, damit nicht jemand anders für einen fährt, und wie manchmal Zentimeter über den Ausgang eines Rennens entscheiden, unglaublich.

Es gibt viele denen ich nun danke sagen möchte (dazu gehörst auch du, der den ganzen Beitrag bis hierhin gelesen hast) aber ich mache das jetzt ganz allgemein und für alle: DANKE FÜR ALLES!!!

 

Ginger is going wild

Endlich ist es da! Was? Das erste Abfahrtsrennen der Saison dänk! Nach einer langen Flachwasserperiode versuchte ich mich am Wochenende des 20/21 Mai erstmals wieder an den Tücken und Freuden des Wildwassers und zwar auf der Moesa im Tessin, wo die diesjährige Klassik Schweizermeisterschaft stattfand. Ich wusste zwar, dass ich physisch gut vorbereitet bin, hatte aber trotzdem ein bisschen ein mulmiges Gefühl ob ich meine Wildwasserfähigkeiten nicht verlernt habe und fragte mich, wie ich zur internationalen Konkurrenz stehe, denn diese war zahlreich anzutreffen auf der Rennstrecke, so Athleten aus Italien, Frankreich und sogar aus den USA.

Meine Mulmigkeit war dann nach der ersten Fahrt auf dem interessanten Fluss schnell verflogen. Die Trainingsfahrten verliefen optimal und am Samstag Nachmittag startete dann das langersehnte Rennen. Mit schnellen Paddelzügen und einer fast fehlerfreien Linie brachte ich mit einer Zeit von 13’06 ein gutes Rennen ins Ziel. In diesem Moment wusste ich noch nicht was diese Zeit bedeutete, weil ich direkt wieder zum Start musste, um das Rennen noch im C2 mit Benjamin Müller zu bestreiten, das auch gut lief und uns Rang 2 hinter einem italienischen Boot bescherte. Zum zweiten Mal im Ziel erfahre ich dann die unglaubliche Nachricht: Mein Kajaklauf brachte mir nicht nur den Sieg in der Juniorenkategorie und den Schweizermeistertitel, sondern sogar den Gesamtsieg über alle Kategorien. Ich hatte die Tagesbestzeit! Ganze 3 Sekunden trennten mich von der zweitschnellsten Zeit vom Franzosen Marceau Faget. Das erste Mal in meiner Karriere bin ich der Allerschnellste!

Am Sonntag beim Sprintrennen verpasste ich den Tagessieg trotz des schnellsten ersten Laufes knapp und musste mich mit Platz 2 begnügen, was aber trotzdem den Sieg in der Juniorenkategorie bedeutete. Im C2 brachten wir zwei solide Läufe ins Ziel und wurden gute Dritte. Mein Teamkollege Fabio Gretener konnte sich nach seiner Niederlage gegen Banjamin Müller im C1 am Vortag nun aber gegenüber den anderen wieder behaupten und holte sich den Sieg im Sprint.

Ein absolut erfolgreiches Wochenende ging dann mit der Rangverkündigung zu Ende, bei der ich ganze Medaillensätze abholen durfte. Auch wenn hohe Konzentration herrschte während den Wettkämpfen wurde an den Abenden viel gelacht und geplaudert, darum bleibt mir das Wochenende auch zwischenmenschlich toll in Erinnerung. Was will man mehr, als umgeben sein von Freunden und paddeln? Ich freue mich auf das nächste Mal!

 

Weltcup Muota

 

Schon 2 Wochen nach den erfolgreichen Rennen auf der Moesa bekam ich die Chance mich im, mit vielen Spitzenathleten besetzten, Teilnehmerfeld des Weltcups auf der Muota zu beweisen. Die Rennen auf der Muota sind Teil der Weltcupserie und stellen den ersten Kanugrossanlass in der Schweiz nach längerer Zeit dar. Unser „Heimbach“ Muota stellt eine grosse Challenge für uns Athleten dar, einerseits weil die schwierige Strecke viel Wildwasserkönnen verlangt und andererseits weil es super anstrengend ist auf dem schnellen Wasser zu paddeln. Nichtsdestotrotz nahmen wir die Herausforderung an und reisten am 1. Juni ins Muotathal um dem Bach zu zeigen „wo de bartli de moscht holt“…

Von Mittwoch bis Freitag war dann trainieren angesagt, was heisst die schnellste Linie zu suchen, die besten Paddelschläge zu setzen, die Strecke auswendig zu lernen und allgemein perfekt vorbereitet zu sein für den Wettkampf. Dies gelang unserem eher jungen Team bravourös und wir fühlten uns alle gut vorbereitet, sodass wir am Samstag beim Klassikrennen aus dem Vollen schöpfen konnten.

Den Wettkampf eröffnete die Frauenkategorie, wobei die Schweizerinnen überaus erfolgreich abschnitten. Die Solothurnerin Melanie Mathys holte sich souverän die Goldmedaille, das Nidwaldner Nachwuchstalent Hannah Müller überraschte alle und erreichte den 3. Rang und Flavia Zimmermann paddelte auf den sehr guten 5. Platz. Die internationale Konkurrenz war beeindruckt! Fabio Gretener lief es nicht ganz optimal, trotzdem konnte er das Rennen auf dem 14. Platz abschliessen. Als nächstes war ich gefordert. Vor dem Start fühlte ich mich sehr wohl und war total fokussiert. Ich startete gut und konnte den oberen Streckenteil sehr zügig bewältigen. Mein Boot pflügte sich optimal durch die Wellen bis hin zur Schlüsselstelle rund um den Muotastein wo ich auf einer Welle mein Boot nicht genug drehen konnte, sodass ich frontal in eine Walze fuhr und abrupt gestoppt wurde. Trotz dieses kleinen Missgeschicks erreichte ich das Ziel als momentan Schnellsten, was für nervenaufreibendes Warten sorgte, weil sich noch beinahe 40 Athleten auf der Strecke befanden. Das Warten schlug immer mehr in euphorisches Hoffen um und wurde schlussendlich zu ausgiebigem Feiern. Ich konnte den Grossteil der Topathleten unterbieten und fuhr auf den famosen 5. Rang, was für mich das beste Resultat in meiner bisherigen Karriere darstellt. Zudem habe ich mich so nah an der Weltspitze platziert, wie kein Schweizer zuvor an einem Weltcup. Ein voller Erfolg!!! Ein wahrer Wundertag für das Schweizer Team!

Am Sonntag fanden die Sprintrennen statt wobei die Muota, durch starke Regenfälle bereichert, fast doppelt so viel Wasser führte wie am Tag zuvor, was die Strecke völlig veränderte und sehr viel Anpassungsfähigkeit und Wildwassererfahrung erfordert. Die neuen Bedingungen wirkten sich auch auf die Schweizer Resultate aus, so musste sich Melanie Mathys mit Silber „begnügen“, Flavia Zimmermann konnte sich bravourös auf dem 5. Platz halten und Hannah Müller gesellte sich unglücklich zu den Fischen und konnte das Podest nicht mehr erreichen. Ich selbst hatte einen miesen ersten Lauf mit einer Ehrenrunde was mir die Direktqualifikation unerreichbar machte. Obwohl der zweite Lauf besser, aber trotzdem mit einigen Fehlern bestückt war, schaffte ich es nicht unter die Topten und so blieb mir eine Finalteilnahme verwehrt. Somit war der Weltcup für mich Geschichte.

Trotz des nicht optimal verlaufenen Sonntags, war es ein überaus erfolgreicher Weltcupauftakt für mich, was mich in den kommenden Jahren auf gute Resultate hoffen lässt. Sehr stolz bin ich aber vorallem auf die ganze Schweizer Teamleistung, weil jeder im Team sein Bestes gegeben hat und alle auch wenn zum Teil nicht grosse Resultate, grosse Fortschritte gemacht haben. So macht es Spass!!!

Die Frühjahreskanueuropareise des Linus Bolzern

Die Vögel zwitschern, die Blumen blühen und die Kanuten… paddeln, eigentlich wie zu jeder Jahreszeit. Im Frühling schlagen die Wettkämpferherzen aber wieder höher, denn die langwierigen langweiligen Ausdauertrainings werden immer seltener und die ersten Wettkämpfe stehen vor der Tür. So in meinem Fall die Regatta Mantova in Italien.

Die Regatta Mantova ist ein gutes Beispiel für dieses Kanutenerwachen, angesichts der Teilnehmerzahl. Nur schon in der Juniorenkategorie, in der auch ich starte, werden aus insgesamt 9 Vorläufen à 9 Wettkämpfern die Finalisten herausgefiltert. Das sind etwas weniger Teilnehmer als an einer Schweizermeisterschaft über alle Kategorien mitfahren! Das Schweizer Team stellte sich aber der Herausforderung und konnte sich gegen die italienische Konkurrenz bravourös behaupten. So liessen Livia Haudenschild und Franziska Widmer ihre Konkurrenz im Kajak Zweier über 500m weit hinter sich und konnten das Rennen für sich entscheiden. Einen guten Saisonstart konnten auch Fabio Wyss und Stefan Domeisen mit ihrem 2. Platz über 1000m verbuchen, sie unterlagen einzig den italienischen Olympiateilnehmern von Rio. In der Junioren Kategorie durften auch Maurus Pfalzgraf und ich uns die Silbermedaille über 1000m im K2 umhängen lassen. Wir qualifizierten uns durch den ersten Platz im Vorlauf direkt für den Final und konnten dann die dadurch aufgesparten Kraftreserven im Final ausnutzen. Speziell an diesem Erfolg war aber, dass wir uns 25 Minuten vorher im A-Final im Einer als Konkurrenten gegenüber standen. Dort wurde Maurus 6. und ich mit weniger als einer Sekunde Rückstand 8., was für uns sehr gute Ergebnisse sind. Einzig am Start büssten wir stets etwas Zeit ein, was aber auch nicht schlimm war, denn direkt nach dem Wettkampf fuhren wir für 2 Wochen ins Trainingslager an den Lago di Pusiano, wo wir die Möglichkeit hatten, diese Rückstände aufzuholen.

Der beliebte Kanu- und Rudersee, der Ähnlichkeit mit dem Rotsee aufweist, bietet fast immer perfekte Bedingungen und erfreut uns daher jedes Jahr aufs Neue. Der Tagesablauf in einem Trainingslager lässt sich einfach zusammenfassen: SCHLAFEN, TRAINIEREN, ESSEN, TRAINIEREN, ESSEN, TRAINIEREN, ESSEN, SCHLAFEN,… Der Tag beginnt mit 20 Minuten Morgenjogging vor dem Frühstück, darauf folgen meist 2 Wassertrainings à 1-1.5h, dann Mittagessen, nachher nicht zu vergessen und absolut notwendig der Mittagsschlaf, danach noch ein 3. Wassertraining und ein Lauf- oder Krafttraining und zum Schluss das Abendessen, wie in Pusiano gewohnt, stets Fleisch. An jedem 3. Tag ist kein Morgenjogging und der Nachmittag frei, um auch genügend Zeit für Regeneration zu gewährleisten. So verbrachten wir 2 anstrengende, aber sicher fortschrittsbringende Wochen an der Sonne.

Leider ohne Sonne ging es dann in der darauffolgenden Woche weiter im J+S Leiterkurs, den ich in Magglingen absolvierte. In schlotternder Kälte lernten wir die Grundlagen des Kanufahrens an Anfänger weiterzugeben und Methoden, um auch im kältesten Training die Motivation der Teilnehmer hoch zu halten. Der KCL hat dieses Jahr nun durch diese Kurse drei neue Leiter gewonnen, so neben mir Levi Zehnder und Fabian Lustenberger. Wir werden uns grösste Mühe geben ab jetzt die coolsten und fähigsten Kanuten der Schweiz zu produzieren 😉

Meine kleine Europareise beendete ich dann letztes Wochenende in Essen (DE) an der Frühjahresregatta. Von Freitag bis Sonntag stellten wir uns nun auch noch der deutschen Konkurrenz und auch dies in weiten Teilen erfolgreich. Besonders stark zeigten sich Hannah Müller und Ronja Bühler mit ihren Siegen im K2 200m und 500m und ihren diversen Finalteilnahmen. Auch Maurus Pfalzgraf und ich durften das Treppchen besteigen und gaben uns über 1000m im K2 nur von einem deutschen Boot geschlagen, was für uns natürlich ein Erfolg war. Mein Highlight des Wochenendes aber war mein K1 1000m Rennen in dem ich im A-Finale den 5. Rang erreichen konnte, was mein bisher bestes Ergebnis über diese Distanz an einem internationalen Wettkampf ist. Weiter erreichte ich im Langstreckenrennen über 5000m den 4. Rang, über die Sprintdistanz 200m den 9. Rang und wurde im B-Finale über 500m Zweiter. Ein absolut erfolgreiches und freudiges Wochenende also!

Rückblickend kann ich sagen, dass ich meine Zeit extrem gut ausgenützt habe und an keinem Tag bereut habe, da zu sein wo ich bin, und das zu tun, was ich tue. Erfüllte drei Wochen mit tollen Freunden und vielen abenteuerlichen Erlebnissen durfte ich geniessen. So macht das Leben Spass!! Doch das war ja nur der Anfang…

 

 

 

 

 

 

Make Linus great again! Ready, set, 2017!

Heiss, heisser, am heissesten. So könnte man die letzten vier Wochen beschreiben, die ich erlebt habe. Zuerst im Trainingslager Tenero in der Sauna und nachher die folgenden drei Wochen in Cape Coral in Florida.

Gestartet hat mein Abenteuer mit einer Woche Trainingslager in Tenero, was zugegebenermassen doch eher kühl war. Nach fast einem Monat Kanuzölibat war das aber eine erfrischende Abwechslung zum Alternativtraining im Januar. Die ersten Paddelschläge waren etwas ungewohnt, aber ich fand schnell wieder in das alte Muster und konnte weiter an meinen Technik- und Ausdauerfertigkeiten feilen. Die Ausdauer war dann auch beim Schwimm- und Lauftraining gefragt. Am Abend versuchte ich jeweils mein (vielleicht etwas hochgestecktes) Ziel, bis Unendlich zu jonglieren, zu erreichen. Das gelang mir auch fast. So wurden auch meine koordinativen Fähigkeiten beansprucht. Allgemein waren es erholsame und lustige Abende mit exzellenter Gesellschaft, die einen guten Gegenpol zum anstrengenden Trainingsalltag bildeten. Um die angespannte Muskulatur nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern, entspannten wir diese bei einem heissen Saunagang, denn diese musste frisch sein für die Ausdauertests Ende Woche. So standen ein 2000m Wassertest im Kanu an, den ich mit einer akzeptablen Winterzeit von 8:59 beendete, und ein 3000m Lauftest, den ich mit einer guten Zeit von 10:33 abschloss.

Nach einem Ruhetag zu Hause flogen Maurus Pfalzgraf und ich mit dem Elite Nationalteam nach Tampa in Florida und von dort aus weiter nach Cape Coral. Die mittelgrosse, mehrheitlich von Rentnern bevölkerte Stadt bietet ein spezielles Wasserkanalnetz, das perfekt geeignet ist, um bei guten Bedingungen trainieren zu können. Der aber fast grössere Vorteil an Cape Coral liegt darin, dass sich dieses im „Sunstate“ Florida befindet und im Winter konstant um die 27 Grad vorherrschen, also deutlich heissere Temperaturen als in Tenero. In T-Shirt und kurzen Hosen liess es sich dann auch viel unbeschwerter trainieren und so spulten wir während drei Wochen über 350 Wasserkilometer ab. Das sind ordentlich viele Paddelzüge! Im Krafttraining stemmten wir Pfunde wie die Verrückten, wobei wir Zeugen der speziellen Fitnesskultur in den USA wurden, die jung und alt in den Kraftraum treibt und dort ein Treffpunkt vieler Fitnessmaniacs bildet. Das war eine sehr spezielle Erfahrung für uns. Auch das Joggen bot einige neue Herausforderungen, so war beispielsweise der Orientierungssinn besonders gefragt, weil alle Häuser amerikalike gleich aussahen. So war es gar nicht so einfach, wieder in das eigene Appartement zu finden. Falls man dann wieder nach Hause gefunden hatte, bot der Sprung in den Pool ein besonderes Vergnügen, durch den wir unsere überhitzten Körper abkühlen konnten. An den drei Ruhetagen, die uns gegönnt wurden, hüpften wir an karibikähnlichen Stränden in den Golf von Mexiko und befriedigten unser Shoppingverlangen in übergrossen Einkaufszentren.

In diesem intensiven, abenteuerlichen, amüsanten, kraftraubenden und überaus grossartigem Februar habe ich mir eine sensationelle Ausdauerbasis erschaffen, auf die ich in den kommenden Trainings und Wettkämpfen aufbauen kann, um so dieses Jahr die heisseste Saison meiner Karriere abzuliefern. Ich bin ready für den Frühling!! It’s great!

Linus läuft lang

In kalten Tagen, wie wir sie im Moment erleben, kann man sich Gemütlicheres vorstellen, als im eisigen Wasser zu paddeln. Das habe ich mir auch gedacht und bin auf die Langlaufskis umgestiegen. Schon kurz nach Weihnachten ging es im Engadin mit dem Langlauflager des Sportamts Schaffhausen los. Auf unglaublichen 60km Kunstschnee-Loipe liess es sich gut gleiten, rund 40km pro Tag ! Lehrreiche Techniksessions und eine Lagerolympiade sorgten dafür, dass auch der Spassfaktor nicht zu kurz kam. Auf der Schlusstour sammelte ich dann als krönender Abschluss noch 55 Kilometer. So ging eine erlebnisreiche und sicher trainingsintensive Lagerwoche zu Ende. In der folgenden Woche standen meine Kletter-, Schwimm- und koordinativen Fähigkeiten im Vordergrund. Obwohl die Kletterschuhe ziemlich drückten und beim Schwimmen die Luft manchmal ein bisschen knapp wurde, haben die zwei Wochen Alternativtraining sehr Spass gemacht und mir beim Aufbau für die Saison sicherlich geholfen. Dann stand noch das Langlaufweekend mit dem Juniorenkader an. Im Eigenthal habe ich die solide Basis für den Engadiner Ski Marathon am 12. März komplettiert. Ich freue mich darauf, Teil des grössten Langlaufevents der Schweiz zu sein. Ab dieser Woche bin ich nun wieder im Boot unterwegs und versuche der Kälte Paroli zu bieten.

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Das Juniorenkader geniesst im Eigenthal den Neuschnee.

Wintercup 1 Solothurn: Duell um den Tagessieg

Am ersten Rennen der Wintercup-Serie in Solothurn kam es am 26. November 2016 zu einem packenden Duell um den Tagessieg bei den Kajaks: Der Solothurner U-23-Fahrer Nico Meier wechselte sich mit mir an der Spitze des Rennens ab – schliesslich war gegen ihn aber kein Kraut gewachsen. Nico konnte mit einem Vorsprung von rund 10 Sekunden  den Tagessieg bei den Kajaks einfahren (31:33.24), ich landete als bester Junior auf dem zweiten Platz (31:43.00).

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